Mai Forum Kritik Meinung 2

Petra Taubert


Lieber Lutz,

Danke für deine Meinung zu meinem Text, ich werde die Anregungen bedenken, wenn ich mir den Text noch mal vornehme. Plakativ sollte nichts wirken. Es war ein Versuch, die Fülle an Gedanken, aber auch die tägliche Nachrichtenflut schriftlich zu sortieren und meine Ansichten mit einzuflechten.


Zu Annes Meinung hatte ich mich schon geäußert. Sie merkte ja auch an, dass manche Sätze zu lang sind. Solche Hinweise helfen auch für aktuelles Schreiben, selbst wenn der Autor den kritisierten Text nicht sofort bearbeitet.



Liebe Steffi,


Deine Reisen/ Materialsammlung, regen sehr an und ich würde gern mehr lesen, wenn du Zeit findest, es zu vertiefen. Als Zeit- und systemübergreifend kristallisiert sich die Ostseegeschichte mit Sehnsucht nach Ferne, der Erfüllung des Reisewunsches viele Jahre später und der Enttäuschung, als das einstig besondere der ersehnten Stadt vom Massentourismus geschluckt wird.


An der Ostsee war ich als Kind öfter mit meinen Eltern. Ich soll dort in der ersten Klasse allen auch älteren Kindern aus einem Märchenbuch vorgelesen haben. An einen Bootsausflug kann ich mich erinnern und meine Erfahrungen mit den Wellen sowie den Strand.


Nach der zehnten Klasse fuhren auch meine Eltern mit mir nach Ungarn. Wir fliegen nach Budapest und unternahmen Busfahrten in umliegende Ortschaften. Es war für mich auch ein schöner Urlaub. Meine Eltern kauften Schallplatten für mich von George Harrison und Rod Steward. Die Schätze packte ich in einen Smokie und einen Beatles- Beutel. Nicht


Ich war nie in der Sowjetunion, meine Eltern Anfang der Siebziger Jahre und Ralf ein Jahrzehnt später mit seiner Schulklasse. Manchmal erzählt er davon.

Auch ich hätte meine Erinnerungen vielleicht zeitnah bearbeiten sollen, die Tagebücher von Amerika 2005 (vier Wochen, von Kanada aus die ganze USA- Ostküste entlang, von Toronto und Niagara- Fällen beginnend über Boston, New York und etliche andere Orte nach New Orleans und Biloxi) und Afrika (sechs Wochen, Kenia und Tansania) 2007 sind noch da, in dieser Form jedoch nicht literarisch, müssten stark umgeschrieben werden.


Das habe ich bisher noch nicht geschafft. Trotzdem enthalten die Aufzeichnungen Details, die ich heute nicht mehr wüsste. Vielleicht gelingt es mir, wenigstens einzelne Erlebnisse dieser Reisen dem Vergessen zu entreißen. Jede war auf ihre Art prägend und sehr nachhaltig im Inneren und teilweise auch in meiner Familie. Immer noch zehre ich davon.


Petra Taubert

16.Mai 2020

 

Zu Fabiola Gudrune Hartmanns Gedanken über Wahrheit, Lügen, Schreiben, Schreien

 

Liebe Fabiola,

 

 

Ich empfinde deine Gedanken als anregend, sich selbst auseinanderzusetzen mit dem Marktgeschrei, den lauten Tönen, den notwendigen Schreien um Hilfe oder um Aufmerksamkeit zu lenken auf Beängstigendes, Schieflagen etc. Schreiben bündelt Gedanken, es hat etwas mit dem bleiben im werden zu tun.

Wird ein Moment festgehalten, ist er schon wieder vergangen und trotzdem bewahrt, nicht verflogen, also bleibend. Der Betrachter oder Leser findet seinen eigenen Zugang zum Entstandenen, der wieder neue Aspekte beleuchtet. Ich sehe die Gedanken eher als Schreib- Anfang.

Du selbst hast mir ja aus deinem Kurort geschrieben, dass dir noch viel mehr dazu einfällt. Da bin ich gespannt auf weitere Beobachtungen und Fotos, wie die verschlungenen Bäume, das Blumentortenstück oder die Biene auf der Blüte.

Schön, dass du auch während dieser Zeit aktiv bleibst, Spaziergang- Entdeckungen bewahrt und teilst auch aus der Ferne. Kulturprogramm findet nicht statt, da machst du dir eben dein eigenes Programm mit besonderen Momenten.

 


Liebe Grazyna, Corona - Text

 

Dieser kurze Haibun mit Haiku trifft genau die Stimmung, die mir beim Blick aus meinem Stubenfenster entgegenkam, der leere Spielplatz unten, kaum ein Auto zu hören. Selbst wenn ich zur Magistrale vor lief, ganz wenige Autos. Das hat sich mit den Lockerungen geändert, auf jeden Fall ein treffender Aprilspiegel 2020. Corona würde ich auch hier nicht als Überschrift nehmen. Großstadtstille, wenn das nicht zu lang ist, Stille Stadt.

 

Blaue Brücken

 

Du nimmst mich mit auf deinen Spaziergang in den Park, eine Straßenüberquerung von den Hochhäusern entfernt. Ich sehe das Bächlein und die kleinen Seen, beobachte mit dir die Tiere in dieser Idylle. Dein Blick für die kleinen Freuden spricht mich an. Ich glaube, in diesem Park war ich auch oft spazieren, mal allein, mal in Begleitung. Die Ruhe, die dieser Text ausstrahlt, überträgt sich.

 

 

 

zu Stefanie Obieglos Gedanken zum 10. Mai 2019

 

Liebe Steffi,

 

Ich fand es toll, dass du auf Facebook an das Literarische Menü vor einem Jahr erinnert hast und spreche vielleicht mehreren aus der Seele, die es in diesem Jahr sehr vermisst haben. Nun findet das Literarische Menü im späten Herbst statt, hoffentlich sehen wir uns dann alle gesund wieder und gestalten gemeinsam ein ebenso unvergessliches 11. Literarisches Menü in Niegripp. Ich fand diesen und die drei anderen Texte auf Facebook und wollte sie gern dem weiterscrollen entreißen. Sie fielen mir auf und ich hielt inne.

 

Zu Mechthild  Börners Gedankensplittern und den Gedanken über das All

 

Liebe Mechthild,

 

Natürlich sind deine unterschiedlichen Gedankensplitter eher so etwas wie Textskizzen, drücken aus, wie du über die jeweiligen Themen denkst. Was Tiere wohl sagen oder denken würden, könnten wir es verstehen, dazu habe ich mir auch oft Gedanken gemacht.

 

Welche Kraft bestimmte Denkstrukturen haben können, das beschäftigte mich schon öfter. Gern mache ich mir immer selbst ein Bild und gebe nichts auf Vorurteile. Schlecht und gut ist allerdings immer eine Frage des Betrachtungswinkels.

 

Deine Gedanken zum All gingen mir teilweise ähnlich so im Kopf herum, allerdings nicht so sehr verbunden mit dem Thema Wiedergeburt. Ich finde es jedoch total in Ordnung, darüber zu philosophieren, was sein könnte.

Gern schaue ich wissenschaftliche Sendungen zu diesen Themen an. Utopische Filme sehe manchmal auch an. Auch ich bin überzeugt davon, dass es viel mehr gibt, als wir mit bloßem Auge erkennen können. Diese Faszination beim Blick in den Nachthimmel in klaren Nächten spürte ich ebenso.

 

 

Zu Rolf Winklers Höllenhunde und Flugunwesen

 

Lieber Rolf,

 

Du konntest nicht erwarten,

bei der Arbeit im Garten,

Höllenhunde zu entdecken,

sie für uns zu erwecken

als Fotografie.

Auch ich sehe sie,

hecheln, die Zunge hängt raus.

Beide sehen freundlich aus.

Sie schauen sich nur an.

Dein Kompostfantasiespiel

mir textbildlich gefiel.

 

Wäre es nicht schon figürlich benannt,

hätte ich vielleicht Schlangen erkannt

oder Drachenköpfe, gleich zwei,

zwei Dinos wären vielleicht dabei.

 

Nun weißt du, lieber Rolf, warum du so lange warten "wolltest", um diese Geschöpfe finden zu können...

 

Zum Flugunwesen möchte ich schreiben, dass ich auch dieses Flugzeug sehe und danke dir für diesen besonderen Augenblick, fotografisch festgehalten, der mich gedanklich weit fort trägt, obwohl ich nie mit so einer Maschine flog. Majestätisch steigt sie und nimmt mit auf eine Reise in die fernen unerforschten Welten gedanklicher Flüge auf den Schwingen der Fantasie.