Mai Forum- Kritik- Meinung

Petra Taubert

Zu Ralf Margrafs Bauer- Pferd- Geschichten:


eine Arbeit, die in der Hallenser Pelikan-Schreibrunde in meiner Wohnung für Lacher sorgte, wegen der Folge der Gier im ersten Teil.

Ausbaufähig vielleicht... Der Autor selbst las am (bis es weiter gehen kann) letzten Schreibrundentag 2020 im Februar, (März und April - Runden fielen schon aus) eine spontan leicht geänderte Version. Die konnte so schnell von mir nicht mitgeschrieben werden. Ich helfe manchmal beim Tippen, weil selbst das aufgrund von Ralfs Einschränkungen schwer ist für ihn, längere Texte mit durch PNP geschädigten Händen einzutippen. 


Zu Samiras Reise nach Niegripp


Ehrliche Gedanken zu einem Besuch und amüsant, wie eine einfache Besuchsfahrt fast eine Irrfahrt wird. Klar, dass diese Fahrt auf das Kind spannender wirkt als der Besuch. So kann eine kurze Reise auch ausgedehnt werden und für Spannung sorgen.


Zu Steffi Obieglos Scharfer Ecke/ Entwurf


Aufgrund der beschriebenen emotionalen Bezüge dazu und weil ich mich erinnerte, dass Walter Iser beim Spaziergang vor der Eröffnung des Bücherfrühlings in Burg im vergangenen Jahr von der Scharfen Ecke erzählte, schaute ich noch einmal nach, vielleicht könnte ein Teil der Fakten zur Scharfen Ecke mit der langen Tradition eingearbeitet werden. Ein Neubau ersetzt sicher historisch gewachsenes nicht, wenn es nicht wieder ein Ort der Begegnung wird. Die Sätze von "Ich wollte nie nach Burg" bis "Ich bin geblieben".... könnten mit etlichen Sätzen dazwischen eine eigene Geschichte werden.

Der Neubau der "Scharfen Ecke" müsste vielleicht beschrieben werden, da der Leser nicht unbedingt weiß, wie es aussieht. Ich finde auch, dass es den Charakter des Vorgänger- Fachwerk- Hauses nicht trifft, wie der Neubau gestaltet wurde... Soweit es zu sehen war im Artikel. Die Emotionen sollten unbedingt Bestandteil bleiben. Es geht auch um ein Stück Identität, wenn solche wichtigen Bezugspunkte dem Verfall preisgegeben und weg gerissen werden.



Zu Waltraud Eichmanns Nordpark

Frühlingsgedicht:


In der ersten Zeile fehlt ein Buchstabe

Ich schaue hier in und dort hin

Es soll bestimmt hier hin heißen...


Ein gute Laune Gedicht, das

Freude an der Natur und

einfachen Dingen spiegelt

und kein Wort über das C. Virus enthält,

mal sehr entspannend.

Der Reim ist unterschiedlich,

Vielleicht wäre es ohne noch eindringlicher,

wenn noch weitere Beobachtungen dazu kommen. Dann müsste nicht der Gedankenfluss der Suche nach passenden Reimwörtern untergeordnet werden. 


Zu Christa Beaus Wege und Bemerkungen zu ihrer

Einkaufsgeschichte


Über das Wege gehen müssen bin ich auch gestolpert. Vielleicht eher

Wege finden und gehen..

Gehen müssen klingt sehr nach Druck

und stimmt auch nicht immer.


In der Einkaufsgeschichte kann ich das mit dem Kitzeln gut nachvollziehen. Gerade dann, wenn es nicht passt, drängelt es sich auf.

Mir ging es auch manchmal so.

Ich würde die Fakten zum Virus selbst kürzen, mehr eigene Befindlichkeit, was weitest gehend der Fall ist.

Vielleicht reicht es am Schluss auch, das Verhalten der Kundin zu beschreiben und du zeigst auf das Schild oder noch besser, die Kundin bemerkt es selbst und winkt ab oder überdenkt ihr Verhalten so als Idee, dann wäre der Zeigefinger raus.


Musik gegen Corona

Den gewidmeten Text finde ich in sich stimmig und stimmungsvoll. Ich sehe das ganze vor mir und höre die Musik. Nur die Überschrift grätscht rein. Gegen die Krankheit hilft es ja sicher nicht, es dient auch eher der Ablenkung davon.


Veras Geschichte wirkt eher wie eine flüchtige Skizze, die Corona - Nachrichten- Überforderung spiegelt..Wahnsinnig machen lassen sollte sich niemand von irgend welchen Zahlen, weil die keiner kennt. Es wirkt nicht wie ein vollendeter Gedankengang, eher wie eine Idee.



Zu Annegret Winkel- Schmelz Schotten dicht


Der Spruch in (Anlehnung an W. Busch) mit eigener Variante könnte die Einleitung sein zu einer Geschichte oder einem Gedicht, wie auch immer über die Erkrankung, Ängste diesbezüglich sein...

Es stand ursprünglich beim besonderen Foto, könnte dazu passen, doch ohne das Foto ist zu wenig Informationen...

Das gesund werden kommt vielleicht auch nicht immer nur vom Doc, z. B. auch vom Hören der Signale des eigenen Körpers.

Geht es um eine körperliche oder seelische Erkrankung? Es könnte ein Einstieg sein oder eine Notiz..um die Erleichterung fest zu halten.


Erst einmal finde ich die Idee des Gespräches mit einem Kalender witzig und als Start sehr anregend, wenn dann mit den Figuren gespielt wird.

Wo doch die meisten Termine ausgesetzt sind und der so Beschriebene sich wirklich komisch fühlen muss, wenn lange Zeit nichts so statt findet wie geplant. Ein Dilemma für einen Terminkalender.

Den Sprung zurück verstehe ich nicht ganz und was der Erfolg der Autorin mit der Schizophrenie mit dem eigenen Impuls für ein Projekt zu tun hat. Dann müsste der Kalender ja auch ein Tagebuch sein, in dem solche Befindlichkeiten mit fest gehalten wurden. Es soll doch aber, so verstehe ich das, ein Terminkalender sein. Auf alle Fälle ein Geschichtenanfang, mit dem sich gut sprachspielen ließe, wenn die Gedanken nicht in eine bestimmte Richtung gezwungen werden. Das mit dem Projekt einzuarbeiten finde ich eine tolle Idee, zusammen mit einem Blick auf bestimmte Daten könnten Lesungen, virtuelle Zusammenkünfte usw. geplant werden.


Zu Mechthild Börners Zwei Könige


Ich fand die Ausgangsidee erstmal auch eine, mit der sich gut arbeiten lässt. Ich finde nicht unbedingt, dass es unbedingt noch mehrerer Figuren bedarf. Die meisten Geschichten von Mechthild ließen sich hier kaum platzieren, weil sie so lang sind.

Ich sehe hinter dumm und klug hier nicht unbedingt die Intelligenz, die sich mit Zahlen und Tests messen lässt, sondern eher so eine Art emotionale Intelligenz, zu der dann bei dumm wiederum auch gerissen passen würde, da es hier nicht um den Bildungsstand geht nach meinem Verständnis/ Hintergrund.

Märchen werden manchmal ohne Dialoge erzählt, das ist nicht unbedingt der Punkt. Mir fehlen jedoch auch konkrete Entscheidungen oder Verhaltensweisen, welche die jeweiligen Zuschreibungen untermauern oder hinreichend nachvollziehbar für den Leser machen.


Klaus D. Vogt wagt einen Blick in die Zukunft... Sommerfest 2021... Auf mich wirkt es zu schön um wahr zu sein. Es sind auch ganz schön viele Gäste. Sicher könnten deren Geschichten/ Emotionen weiter ausgeführt werden oder man lässt sie auf dem Fest mit Reden, Dialogen zu Wort kommen. Ein nachdenkenswerter Ansatz. Wo sind die Künstler in der Geschichte bei einem Fest im Ort?


Auch ich habe noch nicht geschafft, alle Texte zu lesen und werde später noch weitere Empfindungen, Ideen, Hinweise zu Texten aufschreiben. Ich finde es auch toll, dass dieses von Thea eingerichtete Diskussionsforum so gut angenommen und sowohl mit Texten sowie den Ansichten und Hinweisen dazu lebendig wird wie in unseren Schreibrunden außerhalb des virtuellen Raums. Hier kommen viele aus den Schreibrunden in unterschiedlichen Orten zusammen. Ich danke Thea auch und allen, die sich beteiligen für unseren virtuell recht aktiven Pelikan e.V. unter den derzeitigen Bedingungen, die unsere Begegnung vorerst nur auf diese Weise  gestatten. Schön, wenn wir uns trotzdem finden und austauschen.





Lutz Sehmisch

 

Zu „Reisen (Materialsammlung)“ von Stefanie Obiglo

Liebe Steffi,

ich finde es gut und wichtig, dass du erst einmal deine Erinnerungen und Reiseeindrücke in Kurzform festhältst. Allerdings habe ich die Befürchtung, wenn du sie nicht in naher Zukunft in richtige Reiseerzählungen umsetzt, dass dann deine Erinnerungen verblassen werden. Ich spreche aus eigener Erfahrung.

 

Zu „In CORONA-Zeiten auf dem Dorf“ von Friedhold Taut

Lieber Friedhold,

du erzählst für meine Empfindung gelungen eine Alltagsgeschichte in aufregenden Zeiten. Das ländliche Leben ist in Pandemiezeiten gewiss ein anderes als in großen Städten, wo die Menschen dicht gedrängt wohnen und arbeiten. Du hast es dennoch geschafft, mich in das vermeintlich langweilige Dorfleben hineinzuziehen. Ich war gedanklich mit dir auf dem Spaziergang durch dein Dorf und deine Erinnerungen an den einzelnen Stationen aus der Geschichte waren für mich alles andere als langweilig. Ich hatte sogar konkrete Bilder im Kopf, wie es bei dir wohl mal ausgesehen hat.

 

Zu „mein hinterhof-frieden“ von Annegret Winkel-Schmelz

Liebe Annegret,

du hast mir ebenfalls in deinem Gedicht sehr bildhaft von deinen Beobachtungen in Corona-Zeiten erzählt. Ich persönlich wurde jedoch aus deinen sehr schönen Bildern öfter herausgerissen, nämlich immer dann wenn die Worte für mich wie kurze abgehackte Gedankenfetzen klangen. Bsp.: „…lässt motor aufheulen…“; „…menschen ziehen einkauf auf rollen…“; „…ich sitze auf balkon…“; „…genieße ruhe und stille…“

 

Zu „Donnerstag, 19. März 2020“  von Jochen Gutte

Lieber Jochen,

das ist mal wieder ein typischer „Jochen-Text“, der mich begeistert und auch zum Denken anspornt. Du lieferst eine für mich treffende Lagebeschreibung, ohne vordergründig aufzuzählen, was uns in der Pandemiezeit verwehrt ist. Ich glaube, deine beschriebene Suche nach Orientierungspunkten trifft den Nerv der meisten Menschen. Nerv … im Sinne von nervend? Wir erwarten von den „Experten“ klare Aussagen. Es ist für uns aber völlig ungewohnt, dass hier Wissenschaftler völlig unzensiert in der Öffentlichkeit aussprechen, was sie denken und glauben zu wissen. Dies ist aber nicht das von uns erwartete absolute Faktum. Wir müssen lernen, uns unser eigenes Bild von der Welt zu machen. Wir dürfen uns kein vorgefertigtes Weltbild zu eigen machen. Und wenn uns das gelingt, dann können wir, wie du so schön beschrieben hast, auch wieder Hoffnung schöpfen. Ich finde, ein toller Text, der kritisiert, aber auch Mut macht. Vielen Dank dafür.

  

 

Zu „CORONA    Schrei der Natur“  von Marion Krüger

Liebe Marion,

dein Gedicht hat mich sehr beeindruckt. Du greifst ein aktuelles Thema auf und packst es gelungen als Weckruf in lyrische Verszeilen. Deine gewählten Worte lösen in mir Bilder aus und folgen einem wohlklingenden Rhythmus. Gleichwohl ist es eine Mahnung, ohne den Zeigefinger gehoben zu haben. Ich finde, eine gelungene Arbeit. Auch dir herzlichen Dank dafür.

 

Zu „Zu Hause“  von Sigrid Lindenblatt

Liebe Sigrid,

du hast in interessanter Form über deinen Alltag in Corona-Zeiten erzählt und dabei eine Versform gewählt. Leider habe ich persönlich keinen richtigen lyrischen Zugang gefunden. Ich hätte an deiner Stelle aus dem Stoff einen Prosatext gemacht. Als Gedicht vermisse ich eine lyrische Sprache, wie auch Rhythmik.

 

Zu „Sommerfest 2021“  von Klaus-D. Vogt

Lieber Klaus,

du hast eine interessante Form gewählt, kurz und knapp eine Vielzahl von „Heldentaten“ in der Corona-Krise aufzuzählen. Das ist bestimmt auch wichtig, einmal festgehalten zu werden. Doch hat mir persönlich ein gewisser Erzählstrang gefehlt, der mich dann auch gefesselt hätte. Und leider erfahre ich auch nicht, wie du selbst zu all den Dingen stehst oder wieso du im Jahr 2021 zu diesem Sommerfest eingeladen worden wärest. Schade.

 

Zu „Schicksal eines Kalenders“  von Annegret Winkel-Schmelz

Liebe Annegret,

dein Zwiegespräch mit dem Kalender finde ich eine geniale Idee. Du erzählst dabei spannend über die Dinge die dich im Innersten bewegen, was du planst und wie du die Dinge angehen willst, ohne dabei in eine langweilige Berichtsform zu verfallen. Es hat mir Spaß gemacht, diesen Kurztext zu lesen. Dafür danke ich dir von Herzen.

 

Zu „Gedanken“  von Petra Taubert

Liebe Petra,

ich freue mich, dass ich an deinen so vielschichtigen Gedanken in dieser aktuellen Corona-Zeit teilhaben durfte. Ich habe versucht, deinen Gedankengängen zu folgen. Satzbauweisen, wie z.B. „…Wenn keine Ablenkung mehr dafür sorgt, mir darüber klar zu werden, wer ich bin ohne all die vielen Rollen, Entwürfe, mehr oder weniger erfolgreichen Aktionen in meinem Leben. …“, haben es mir dabei nicht leicht gemacht. Ich weiß, dass das Thema sehr komplex ist und ich habe gespürt, dass du dem auch gerecht werden möchtest. Dennoch überlege ich, ob du nicht besser gefahren wärest, die einzelnen Teilstücke vielleicht für mehrere Einzeltexte zu entzerren. Vielleicht hättest du mich dann besser überzeugen können, dass du dich wirklich sehr tiefgründig mit den verschiedensten Argumenten auseinandergesetzt hast. So blieb mir der Anschein, dass du mit für meine Begriffe allgemeinen plakativen Aussagen oberflächlich versucht hast, möglichst alles in einen Text zu packen.

 

Zu „Corona“  von Gisela Langer

Liebe Gisi,

ich freue mich, zu sehen wie du dich in deinem Sprachbild weiterentwickelt hast und mit klaren Worten deine Gefühle, deine Ängste ausdrücken kannst. Ein Kurztext, der mir gefällt und den ich gern gelesen habe. Dabei habe ich auch deutlich gespürt, wie sehr du Hilfsbereitschaft und Zusammengehörigkeitsgefühl in der heutigen Gesellschaft vermisst. Du sagst selbst, die Hoffnung stirbt zuletzt. Und so glauben wir beide gemeinsam an eine bessere Welt.

 

Zu „Ich bin noch da“  von Marion Krüger

Liebe Marion,

du hast mir hier, wie ich meine, ein Gedicht voller Emotionalität vorgestellt. Deine Wortwahl und die Rhythmik gefallen mir gut, machen das Erzählte trotz Tragik spannend. Mir gefällt es. Du solltest noch einmal etwas „nachschleifen“. Bsp.: „…In einer Nacht ich war drei…“ (Komma nach Nacht); „…sogar Bekannte wollte mich…“ (wollten); „…Männern kamen und gingen…“ (Männer); „…oder es kam noch schlimmer…“ („oder“ hätte ich weggelassen)  und „…aber trotzdem ich bin noch da.“ hier finde ich besser: „…aber trotzdem bin ich noch da.“ 1. kommt es so stärker, 2. bleibst du in der Reihenfolge der letzten Zeilen in den ersten Versen und 3. wiederholst du so in der letzten Gedichtzeile nicht noch einmal die Überschrift.

Petra Taubert

Liebe Christa,

 

In dein Märchen Dodel tauche ich gern ein, um im Bild zu bleiben. Ich hätte es meinen Patenjungs vorgelesen und mit ihnen dazu gemalt, als sie klein waren. Auch für Poesie- und Bibliotherapeutische Arbeit ließe es sich gut nutzen in Schulklassen oder beim derzeitigen zu Hause lehren/ lernen (Homeschooling), das für die meisten Schüler noch gilt.

Zu den von Anne aufgefundenen Konflikten, die angesprochen werden in deinem Märchen, kommt auch Toleranz bzw. zunächst das Fehlen derselben gegenüber dem andersartigen Fisch.

Warum lassen sich die Eltern vom Aussehen und Anderssein so leiten? Die anderen Fische funkeln und er ist dunkel. Ein Märchen über Ausgrenzung und Resilienz, nicht an den Angriffen zu zerbrechen, sondern im Verborgenen zu wachsen und trotz allem ein "schöner" Fisch zu werden im ideellen Sinne, um dann der Wichtigste zu werden, der Retter des Schwarms. 

Bei Dodel dachte ich eher an Dödel. Deine Namenswahl für die Figur mit o ist eindeutiger, da es mit ö noch eine Nebenbedeutung hat im norddeutschen Raum. Trotz des fehlenden Umlautes flackerte kurz eine Passage aus der Jodelschule von Loriot auf, in der das Wort mit vorkommt, so dass ich kurz über den Namen schmunzeln musste.

Vielleicht könnte die Hauptfigur die hilflosen erschrocken Fische auch mit Humor bei Kräften und Laune halten auf der langen Reise zum anderen Meer/ Meeresteil? Nur eine Idee, kein Muss.

Im ersten Teil der Geschichte: Was sagten die Geschwister, könnten noch Beispiele hin, wie sich das anhörte. Necken finde ich nicht so schlimm, verspotten schon eher. Vielleicht könnten die Fische, die ihn nur neckten, später seine Unterstützer werden. Vielleicht hat ihn nur der Spott/ das Hänseln verletzt und nicht jede Äußerung der anderen Fische.

In dem Abschnitt, Aus den Fischen wurden pfundige Fische... den giftigen Meeresbewohnern aus dem Weg zu gehen. Da würde ich eher schwimmen schreiben, sich zu verstecken vor ihnen, sich zu tarnen.

In dem Abschnitt:

Dodel lernte alles von ihm aus Büchern. Wie sehen Fischbücher aus, in Steine geritzte Buchstaben oder auf Seetang geschrieben? Als Dodel alles wusste... würde ich vielleicht eher umwandeln in eine andere Formulierung. Als D. alle Bücher gelesen hatte oder so. Niemand weiß alles, vielleicht auch im Fischreich im Märchen nicht, denke ich.

Statt alle, vielleicht viele/die meisten Geheimnisse fand er heraus, dann könnten am Ende des Märchens die Kinder- und Enkelfische daran anknüpfen und weiter lernen/ forschen. Wenn alles bekannt ist, was gibt es dann noch zu entdecken/ lernen?

Wie gelangten die Fische in das neue Gewässer, über eine Meerenge vielleicht? Alle Meere der Welt sind miteinander verbunden. Doch es gibt an einigen Stellen mehr oder weniger schmale Passagen bzw. auch von Menschen geschaffene Verbindungen.

Die weite Reise und Dodels Aktivitäten finde ich toll einfangen, hätte allerdings irgendeine Art von lernen auch im Schwarm und unterstützen seines Tuns plausibler gefunden. Wie kann es sonst sein, dass plötzlich alle auf den hören, den sie verachteten? Vielleicht warnen manche auch, ihm nicht zu vertrauen. Nach dem anfänglichen Konflikt wird im zweiten Teil des Märchens vielleicht alles zu wundersam aufgelöst.

Wie verbeugen verneigen sich Fische? Das Königspaar schämte sich nur oder bat es auch im Verzeihung? Und Dodel vergab ihnen und den Geschwistern. Die Geschwister müssten vielleicht auch etwas gelernt haben, egal wie jemand aussieht. Es kommt auf....(das Innere, die Taten) an. Und sie helfen ihm vielleicht und möchten auch lernen, um die Geheimnisse des Meeres zu verstehen.

Konnte Dodel das wirklich allein schaffen, den Schwarm führen, leiten, die kranken Fische versorgen und noch welche tragen?

Er müsste darunter doch zusammenbrechen oder Supersuper- Kräfte haben.

Könnte sein Beispiel nicht auf Fische abfärben, die ihn auf der langen Reise unterstützten? Ein anderer von der Meeresverschmutzung betroffener Schwarm gesellt sich vielleicht dazu und die Fische vermischen sich mit dem Schwarm, sonst müsste die Frau von Dodel ja ein Geschwisterkind von ihm sein.

Vielleicht war das auch der Grund für die hohe Vulnerabilitat der hübschen Glitzerfische und Dodels Anderssein in Wirklichkeit ein Schutz, der ihm die Fähigkeit verlieh, vom Verachteten zum Retter zu werden.

Mir kamen etliche Bilder in den Sinn und ich dachte beim Lesen an meinen Vater, der Märchen sehr mag. Ich nehme es vielleicht mal zu ihm mit zum Vorlesen, auch in dieser vorläufigen Version oder bearbeitet. Als Kleinkind begann ich zu malen. Mein Vater malte viele Dinge für mich, immer wenn ich wissen wollte, wie man dies oder jenes zeichnet.

Dabei waren unser Haus in Leuna mit Kohlen davor, Bäume, Blumen  (erst ein halbes Jahr vor Einschulung zogen wir nach Halle- Neustadt).  Vor allem aber erinnere ich mich an einen in allen Regenbogenfarben schillernden Fisch, der sehr freundlich vom Blatt Papier auf mich schaute. Dieser von Vater gezeichnete Fisch könnte in deinem Märchenschwarm gelebt haben. Ein sehr anregendes, bildreiches Märchen, das nicht nur Kindern Freude bereiten könnte.