Literaturempfehlungen

Peter Hoffmann


Liebe Literaturfreunde, ich möchte euch auf eine Arbeit aufmerksam machen;

„Den Jahren mehr Leben geben“ von Margrit Pawloff.

 

Vorwort

Beim Lesen dieses Buches kamen mir immer wieder drei Zitate in den Sinn. Das erste stammt von Bernhard Shaw: „Solange du dich für das Leben interessierst, so-lange wird sich das Leben für dich interessieren.“ Das zweite ist einem Brief von Rainer Maria Rilke an einen Freund entnommen: „Und dann eines Tages alt sein/und noch lang nicht alles verstehn, nein, /aber anfangen, aber lieben, aber ahnen,/aber zusammenhängen mit Fernem und Unsagbarem …“


Margrit Pawloff hat in den über acht Jahrzehnten ihres bisherigen Lebens Erfahrungen gesammelt und auch sammeln müssen, die symptomatisch für eine ganze Generation stehen. Erfahrungen, die uns das Verstehen von deutscher Geschichte, europäischer Geschichte und des Weltganzen überhaupt näherbringen können.

Als Kind entgeht sie nur knapp der Bombardierung von Dresden. Sowjetische Soldaten tun ihrer Mutter Leid an. Aber ein anderer Angehöriger dieser Armee rettet die kleine Margrit später vor dem Ertrinken.


Ihr Berufsleben beginnt sie als Lehrling in einem märkischen Dorfladen, teilt Butter auf Lebensmittelmarken zu. Dann folgt sie dem Ruf zum Aufbau von Eisenhüttenstadt. Es folgen weitere Lebensstationen, die typisch für ein Leben in der damaligen DDR sind. Bei Untergang dieses Landes ist die Autorin dieses Buches Inhaberin eines Lehrstuhls an der Humboldt-Universität zu Berlin. In dieser Funktion betreut sie 1989 Raissa Gorbatschowa, die Ehefrau des obersten Staatsmannes der Sowjetunion, während seines Staatsbesuches aus Anlass des 40. Jahrestages.


Monate später steht Prof. Dr. Margrit Pawloff, die eben noch ein Institut mit 150 Mitarbeitern leitete, in der Schlange der Wartenden draußen in der Kälte vor einem Berliner Arbeitsamt, gemeinsam mit Weggefährten. Nicht alle verkraften das. Manche verlieren den Verstand, andere nehmen sich das Leben.

Margrit Pawloff hält sich mit dem Verkauf von Modeschmuck auf Märkten über Wasser. Zunächst. Die Berührungsängste mit den Behörden der neuen Ordnung werden

bald kleiner. Sie bringt sich wieder ein, wenn auch auf unterer Ebene. Aber nützlich für die Menschen. Das ist ihr wichtig.


Lebenserfahrung, die aufgeschrieben werden muss. Mit Gleichgesinnten gründet Margrit Pawloff einen Verein. Dieser ist bald sogar in Projekte auf europäischer Ebene eingebunden.

Die Vereinsvorsitzende wird außerdem Chefredakteurin einer deutschlandweit anerkannten Literaturzeitschrift.

„Was für ein Leben!“, möchte man da rufen. Aber das ist ja längst nicht alles. Es gibt auch ganz Persönliches in diesem Buch: zum Beispiel hat Margrit Pawloff dreimal den Krebs besiegt, nie den Mut verloren. In dem Park vor ihrer Wohnung im Zentrum der Hauptstadt geht sie trotz ihres Alters und ihrer Krankengeschichte fast täglich laufen. Sie surft im Internet, bedient ein kompliziertes Smartphone und sagt über sich: „Nun sehe ich das Abendrot. Und noch immer will ich es wissen. Auf neue Wunder warte ich immer noch. Auf große und auf kleine.“

Auch diese zuletzt zitierten beiden Sätze sollte man auf ihre Welthaltigkeit prüfen: Eine Philosophin sagt nichts einfach so dahin, auch wenn es auf den ersten Blick banal erscheinen mag.


Und nun komme ich zur dritten der oben angekündigten Lebensweisheiten, die mir beim Lesen dieser Erinnerungen in den Sinn gekommen sind. Der folgende Satz wurde von der Autorin selbst geprägt. Er zieht sich sowohl durch dieses Buch als auch durch ihre zwanzigjährige Tätigkeit für die Literaturzeitschrift „Wortspiegel“, in der sie zahlreichen Menschen die Gelegenheit bot, Lebenserkenntnisse weiterzugeben: „Was nicht aufgeschrieben ist, ist bald vergessen!“


Annegret Winkel-Schmelz

"25 Jahre Fontane-Klinik“


Peter Hoffmann

Das Glück kann man lernen

Das Buch hilft, die Angst vor einem Tabuthema zu nehmen


Peter Hoffmann„Das Beste, dem du begegnen wirst, das werden die Menschen sein“, schrieb Theodor Fontane im Vorwort zu den „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“. Dieses Zitat ist nicht von ungefähr einem Buch vorangestellt, welches in diesen Tagen unter dem Titel: „25 Jahre Fontane-Klinik“ erschienen ist. Es handelt sich dabei um die Festschrift zum Jubiläum der Psychosomatischen Fachklinik in Motzen mit ihren drei Fachabteilungen: der Abteilung für Abhängigkeitserkrankungen, der Psychosomatischen Abteilung und der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychosomatik.


Auf rund 150 mit zahlreichen Fotos versehenen Seiten im A4-Fomat findet der Leser in einer Mischung aus Chronik, Fachbuch und Erlebnisbericht einen Überblick über die Entwicklung dieser Klinik seit ihrer Gründung 1994. 

Persönliche Motivationen, humanistische Grundhaltung und das gleichberechtigte Miteinander von Mitarbeitern aus Ost und West seit Klinikgründung sagen etwas über den Geist der Zeit und wie er in einem solch relativ geschlossenen Klinikprojekt seine Umsetzung findet.


Unbedingt erwähnenswert ist die Tatsache, von wem diese Festschrift verfasst wurde: Annegret Winkel-Schmelz. Die Autorin war in den vergangenen Jahren wiederholt Patientin in der Abteilung für Psychosomatik. Sie ist sowohl Betroffene als auch durch ihr Engagement im Rahmen der Selbsthilfearbeit in ihrer Heimatstadt Halle jemand, der die Thematik der psychischen Erkrankungen von mehreren Seiten her zu betrachten vermag.


 Gudrun Urland, die Klinische Direktorin der Fachklinik, begründet die Vergabe des

Auftrages an die ehemalige Patientin mit den Worten: „Frau Winkel-Schmelz ist seit vielen Jahren mit der Fontane-Klinik verbunden. Sie besitzt die Fähigkeit nicht nur sachliche Fakten, sondern auch den Spirit, Stimmungen und Werte lebendig zu transportieren. Das war uns besonders wichtig.“


Es gelingt der Autorin, die Grundgedanken der Arbeit in Motzen nüchtern, wissenschaftlich und doch verständlich darzulegen. Das chinesische Sprichwort: „Willst du etwas wissen, dann frage einen Erfahrenen und keinen Gelehrten“, schlägt eine Brücke, die eine gemeinsame Ebene zwischen Therapeuten, Patienten und Angehörigen nachvollziehbar macht.

Viele Passagen des Buches sind dazu angetan, dem Leser die Angst vor dem Tabuthema „Psychische Erkrankung“, zu nehmen. Winkel-Schmelz geht sowohl auf Ursachen ein, die auch einen Hintergrund in der Gesellschaft haben können, als auch auf das in der Klinik praktizierte Prinzip der Ganzheit, wenn es um die Behandlung geht. Dabei spart sie ihre eigene Lebensgeschichte mit der Erkrankung nicht aus.


„Was wird nach dem stationären Aufenthalt in der geschützten Atmosphäre der Klinik?“ Man erfährt: Die Hoffnung des Personals liegt u.a. auf erworbenen Verhaltensänderungen und Eigenverantwortlichkeit der Patienten. Doch ist es damit geschafft? „Wer aufhört Fehler zu machen, lernt nichts mehr dazu“, zitiert Winkel-Schmelz Fontane in diesem Zusammenhang. Viele Betroffene werden wohl ihr Leben lang auf dem Weg der Heilung bleiben, ohne je ans Ziel zu gelangen. Aber wäre das ein Grund zu resignieren? Der Weg ist das Leben, mit allen Freuden, mit allen individuellen Besonderheiten und auch mit allen Unwägbarkeiten.


Würde Fontane heute durch die Mark Brandenburg wandern, stände sicher auch ein Besuch der Klinik in Motzen auf seinem Programm. Er würde mit Personal und Patienten ins Gespräch kommen, wie dies auch Annegret Winkel-Schmelz getan hat, und möglicherweise u.a. diese zwei seiner Aussprüche von damals bestätigt sehen: „Wer ein Ziel will, darf den Weg nicht scheuen, er sei glatt oder rauh.“ Oder: „Und ich habe einmal gelesen, man könne das Glück lernen. Das hat mir gefallen.“

 

dorise-Verlag

ISBN: 978-3-946219-46-0

16,80 Euro


Annegret Winkel-Schmelz


Eine Nuss zum Lesen



Thurid Winkler: „Ich will ein Buch über die Walnuss schreiben. Geschichten, Märchen und Sagen sollen in diesem Buch ebenso ihren Platz finden genauso wie Rezepte für Pikantes und Süßes.“ (S.5)

Des Weiteren heißt es im Vorwort, fast als Anleitung zum Lesen und zur praktischen Verwendung des Buches: „Für die schnelle Küche habe ich Rezepte mit wenigen Zutaten aufgeschrieben. Es kann aber auch sehr unterhaltsam sein, in fröhlicher Runde ein aufwendiges Menü zuzubereiten. Setzt euch zusammen, knackt die Nüsse, erzählt euch was oder singt die Lieder eurer Kinder- und Jugendzeit.“ (S. 5)


Die Fotos von Rolf Winkler am Beginn lassen den Leser und die Leserin eintreten in einen, sogar sinnlich-erotischen Genuss dieser Baumfrucht.

Das Buch geht jedoch weit über einen Rezept-Bildband hinaus. In seiner Vielfältigkeit und Abwechslung von Text und Fotografie ist es ein aufwendig gestaltetes Kunstbuch.


Die Titelgeschichte zeugt von der Bodenständigkeit der Autorin und ihres Mannes. Das nebenstehende Foto (S. 17) mit Freunden und Vertrauten aus dem Pelikan e.V. erzählt davon, mit welcher Lesart ich es hier zu tun habe. „Oskar war zum Zaun gegangen und hatte die lockeren Latten herausgerissen. `Wofür soll hier ein Zaun stehen? Sollen die Kinder doch kommen, Nüsse sind genug da.` … Oskar macht das Tor weit auf. Es ist `Walnusslese`. Jeder bringt etwas mit: Selbstgebackene Brötchen, Apfeltaschen, ein ganzes Pizzablech… Die Kinder sammeln Nüsse und knacken sie. Damit garnieren sie die Leckereien. Sie sitzen alle um den Nussbaum herum, … `Ich habe die Märchen und Geschichten aufgeschrieben, die uns die Großmutter früher erzählt hat.`“


Angeregt durch die Rezeptideen bekomme ich Lust, auch einmal Pilzpizza zu backen. Die klare, einfache und dadurch verständliche Sprache lässt mich gleichzeitig die Begeisterung der Autorin Thurid Winkler spüren, die sie selbst beim Zubereiten ihrer Speisen hat und die auf den Leser bzw. die Leserin übergehen kann.

So haben es ihr nicht nur die Walnüsse, sondern besonders die Pilze in vielen, verschiedenen Varianten angetan: Steinpilze (S.29 – Foto) und Schirmpilze (S. 28 - Rezept) lassen sich zu „Pilzklopsen“ verarbeiten.

Vegetarier und Veganer kommen auf den Geschmack, wenn es auf den Seiten 32 bis 36 um Gurken geht.

Gern habe ich das Märchen vom „Nüsschen“ gelesen, das mich an die deutsche Märchenkultur der Brüder Grimm erinnert.


Die Seiten 52 bis 64 bringen herzhafte Rezepte und Fotografien zusammen. Auf den Seiten 72 bis 98 werden Rezepte von Süßspeisen gekonnt ins Bild gesetzt. Rolf Winkler lässt auf der letzten Seite seine Frau sagen: „Wer von meinem Essen nascht, muss auch etwas für mich tun. Fotografier das mal.“ Diese Leichtigkeit im Umgang miteinander ist prägend für ihre jahrzehntelange Ehe.


Dies ist das vierte Buch von Rolf und Thurid Winkler. Eine fruchtbringende Zusammenarbeit, die Thurid wiederholt aus dem Schatten der Muse heraustreten lässt. Ihre eigene, unverwechselbare Handschrift lässt keinen Konkurrenzgedanken zu. Beide leben, lieben, schreiben und arbeiten auf Augenhöhe. Rolf und Thurid Winkler sind Mitglied im Burger Autorenkreis.


Winkler, Thurid: „Walsnusslese“, mit Fotografien von Rolf Winkler, dorise-Verlag, 2020, 102 Seiten, ISBN: 978-3-946219-48-4





Peter Hoffmann


Von „Hexentorte“ bis Liebeszauber

Gommerner Ehepaar fasziniert Leser mit außergewöhnlichem Buch

 

„Ich will ein Buch über die Walnuss schreiben. Geschichten, Märchen und Sagen sollen in diesem Buch Platz finden genauso wie Rezepte für Pikantes und Süßes.“ Diese Ankündigung stellt die in Gommern gemeinsam mit ihrem Mann, dem Fotografen Rolf Winkler, lebende Autorin ihrer neuesten Publikation im Vorwort voran.

Entsprechend ist dann auch der Titel des gut 100 Seiten umfassenden Werkes ausgefallen: „Walnusslese“. Es ist ein Buch, auf dessen Seiten die Sinne des Menschen gekitzelt werden: Gebackene Champignons, avancieren in einem von Thurid Winklers Rezeptvorschlägen zu einem besonderen Gaumengenuss, wenn man die Lachsscheibe durch eine Walnusshälfte ersetzt; und der Duft der Gemüse-Hähnchen-Pfanne strömt einem förmlich in die Nase, sobald man liest: „Fülle alles in eine feuerfeste Form, würze mit Salz und Kräutern, streue gehackte Walnüsse und geriebenen Hartkäse darüber.“ Und wessen Sinne dann noch immer unberührt bleiben sollten, dessen Vorstellungskraft bekommt spätestens beim Betrachten der dazu passenden Fotografien von Rolf Winkler Flügel.

Die verlockenden Rezepte reichen von deftig bis süß (z.B „Hexentorte“) und sind durchsetzt – das macht dieses „Rezeptbuch“ besonders – mit gleichnishaften Miniaturen und Geschichten. Wie z.B. die von der Liebe zwischen Peter und Lenchen. In ihr – wie könnte es anders sein? – wird ein Walnussbaum Bindeglied zwischen zwei Menschen, für die das Schicksal zunächst etwas anderes vorherbestimmt hatte.

Die Kulturgeschichte der Walnuss ist verbunden mit der Geschichte sowie der geistigen Welt des Menschen, sie spannt sich von ihrer gleichnishaften Bedeutung im christlichen Abendland bis hin zur Nahrungsquelle und zum Fruchtbarkeitssymbol: Thurid und Rolf Winkler haben einiges davon aufgegriffen, durch literarische Texte, Rezeptvorschläge und Abbildungen erlebbar gemacht.

„Wertvoller Inhalt, harte Schale“, „Eine schwer zu lösende Aufgabe als harte Nuss“, „Du kriegst paar auf die Nuss!“ – was, wenn man an Walnüsse denkt, doch alles für Gedanken in einem hochkommen können! Nach der Lektüre von „Walnusslese“ werden es garantiert noch einige mehr sein.

 

Thurid Winkler: „Walnusslese“, dorise-Verlag, ISBN: 978-3-946219-48-4





Menschen, Zuhause und Veränderungen


Annegret Winkel-Schmelz


Ein Hörbuch mit dem Titel „Heimat und Begegnungen“ macht mich neugierig. 30 Jahre nach der Vereinigung beider deutschen Staaten nehmen die Autorin Elke Bannach, sowie die Autoren Klaus W. Hoffmann und Peter Hoffmann dieses Thema gemeinsam unter das Brennglas.

Die Geschichten werden eingerahmt von Musikstücken, die Klaus W. Hoffmann eigens dafür komponiert hat und vor jeder Erzählung passend gestaltet sind.

Die Texte werden von der Autorin und von Peter Hoffmann selbst gesprochen. Das gibt dem Ganzen eine plastische Authentizität.

„Alte und neue Heimat“ und „Janas Tagebuch“ sind mir von Elke Bannach am tiefsten im Gedächtnis geblieben. Es geht um junge Menschen, Studenten, die ihren Platz in der heutigen Zeit suchen. Im ersten Text wird davon berichtet, wie schwierig, aber auch beglückend es sein kann, sein Zuhause in Sachsen-Anhalt zu verlassen, um sich in den alten Bundesländern eine neue Existenz aufzubauen. Die jungen Studenten kennen die DDR aus eigenem Erleben nicht mehr, jedoch kommen sie aus „Ossiland“. Das hat sie auch 30 Jahre nach deren Auflösung geprägt.

Peter Hoffmanns Geschichten „Let`s have a party“ und „Josephine“ wiederum erzählen die Historie der in der DDR der Sechziger Jahre sehr bekannten und beliebten Band „Die Kometen“ und dem Leben eines junges Mädchens in den Zweitausender Jahren, der Gegenwart.

Schnell stelle ich Gemeinsamkeiten, auch Verschiedenes, zwischen diesen Persönlichkeiten fest. Die „Kometen“ haben einen Anspruch, ein Credo für ihre Tanzmusik. Sie wollen sich diesen nicht durch absurde Regeln verbiegen lassen. Das führt letztendlich zum Berufsverbot. Josephine hat ebenso ganz genaue Vorstellungen von ihrem Leben, auch mit ihrem Freund. Beide haben eine Ausbildung bei der „Freiwilligen Jugendfeuerwehr“ gemacht und gehen in dieser Freizeit-Tätigkeit auf. Daraus speist sich ihr Berufswunsch. Josephine hat darüber hinaus noch viele weitere Interessen, denen sie nachgeht. Sie kann sich frei entfalten in einer Demokratie, die die Jugend fördert und fordert.

„Heimat und Begegnungen“ wirft Fragen auf, die jeden betreffen: Wo kommen wir her? Wohin wollen wir? Wie gehen verschieden Generationen mit Erlebtem um? Eigene Flucht und Vertreibung der Protagonisten in den Geschichten erinnern an die heutigen Flüchtlinge, die aus allen Erdteilen hier in Deutschland Schutz und ein neues Zuhause finden wollen.

Mich selbst haben die Texte angeregt, über mein eigenes Heimatbild nachzudenken. 12 Umzüge in 25 Jahren scheinen eine eigene Sprache zu sprechen. Jedoch bin ich immer in Halle an der Saale geblieben, weil ich hier Familie und Freunde habe. Diese Nähe macht glücklich und bereichert mich.

Das farbige Cover dieser aufwendigen CD zeigt den Muldestausee, ein sehr ansprechendes Layout. Die Premiere des Hörbuches fand vor einer 10. Klasse statt und wurde auch in einem Zeitungsartikel entsprechend gewürdigt. Die gesamte Thematik ist brandaktuell und brisant. Gerade in einer Zeit, wo das Wort Heimat durch Rechts und AfD für sich vereinnahmt wird, es ist dringend notwendig, etwas dagegen zu setzen und an die jungen Menschen heran zu bringen.

Die vom „Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend“ im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und der Initiative „Stadt mit Courage leben! Bitterfeld-Wolfen“ geförderte MP3-CD wurde im Tonstudio von Klaus W. Hoffmann aufgenommen.

Aber auch eine Buchfassung wird es geben, die bei book on demand gedruckt wird. Die 430 Exemplare der Hör-CD sind an die Schüler der 9., 10. und 11. Klassen der Schule verteilt worden. Weitere CD`s gehen an die Stadtverwaltung sowie an Verbände und Vereine.

Ich wünsche dem Hörbuch eine weite Verbreitung.



Elke Bannach, Klaus W. Hoffmann, Peter Hoffmann: „Heimat und Begegnungen“, Buch zur Hör-MP3-CD, book on demand,

ISBN: 9783751954495, 9,95 Euro



Mit freundlicher schriftlicher Genehmigung der Volksstimme- online Artikel vom 5. 11. 2020 in der Burger Volksstimme


Klaus D. Vogt stellt sein neues Buch vor. Es handelt von einer Liebesgeschichte

zweier Senioren während der Corona-Pandemie


Mitten in der Pandemie hat der Burger Autor Klaus D. Vogt die Idee für sein Buch bekommen. Darin geht es um eine ungewöhnliche Liebesstory


- von Nicole Grandt ›Nicole Grandt (studierte Soziologie und Politikwissenschaften und sammelte bereits in Niedersachsen rund zehn Jahre Erfahrung als Journalistin. Dabei rückte besonders das Fotografieren in den Fokus ihres Interesses. Themen, mit denen sie sich häufig und gern auseinandersetzt sind Politik, Jugend, Bildung, digitale Medien und Soziales)


Burg


Bernhard und Gerda, zwei Senioren Ende 70, lernen sich kennen und verlieben sich. Das Leben der älteren Herrschaften könnte also unbeschwert und schön verlaufen, doch ihre Liebesgeschichte beginnt im Februar 2020 und plötzlich ist die Welt vom Coronavirus dominiert. Eine denkbar schlechte Zeit, einen neuen Partner kennenzulernen, wenn man Kontakte vermeiden soll und niemand so recht weiß, was auf einen selbst und die ganze Welt zukommt.

So startet die Geschichte von Klaus D. Vogts neuem Buch „Wartezeit – Wie ein Virus die Liebe zweifeln lässt“. Das Thema Liebe ist eines, das seit Menschengedenken die Kunst beeinflusst. Jeder kennt Geschichten wie von Romeo und Julia oder Tristan und Isolde. Doch nicht allzu oft steht die Liebe von älteren Menschen dabei im Fokus. Warum hat sich der Autor für diese Protagonisten entschieden?


Ältere Menschen vernachlässigt?

„Mir ist aufgefallen, dass die Bedürfnisse von älteren Menschen oft nicht so sehr beachtet werden. Auch während der Zeit des Lockdowns im Frühjahr konnten so viele Senioren kaum noch etwas machen und konnten viele Tätigkeiten, die ihr Leben lebenswert machen, nicht mehr ausüben“, erklärt er. Auch wenn Senioren einen großen Teil der Gesellschaft stellen, sind ihre Belange oft nicht präsent. „Das ist ein ziemliches Spannungsfeld in unserer Gesellschaft.“


Das Schreiben ist allerdings eine Tätigkeit, die er nicht erst mit dem Pandemieausbruch für sich entdeckt hat. Seit rund 40 Jahren ist das Schreiben sein Hobby und er veröffentlichte bereits mehrere Gedichte, Texte und auch Bücher.

Themen immer aus dem Leben gegriffen

Oft behandeln seine Texte Themen, die aus dem Leben gegriffen sind. Und da das Leben in den vergangenen Monaten sehr stark durch Corona geprägt wurde, fiel es ihm nicht schwer seine Eindrücke dazu in einer Geschichte zu verarbeiten. „Erst sollte das eigentlich nur ein kurzer Text werden, vielleicht so vier bis fünf Seiten. Aber dann begann ich, die Maßnahmen aus den Verordnungen des Landes Sachsen-Anhalt mit einzubeziehen und dann wurde der Text immer umfangreicher.“


Allerdings wollte Klaus D. Vogt nicht einfach nur eine Zusammenfassung der Maßnahmen aus dem Frühling veröffentlichen. Er bettete die Lebenssituation aus dieser Zeit in die Geschichte des fiktiven Rentnerpaares ein. Der männliche Protagonist Bernhard lebt in seiner eigenen Wohnung und wird plötzlich damit konfrontiert, dass er seine Hobbys wie Skat spielen nicht mehr ausüben kann. Außer zu Hause bleiben, spazieren zu gehen oder einzukaufen bleibt ihm kaum noch etwas zu tun. „An sich ist das Leben von Bernhard durch die Einschränkungen regelrecht kaltgestellt“, erklärt Klaus D. Vogt. Die weibliche Hauptfigur Gerda lebt zur Zeit des Pandemieausbruchs in einem Altenheim, kann dieses aber für Erledigungen verlassen. Schließlich lernen die Protagonisten sich kennen und versuchen gemeinsam die schwierige Zeit durchzustehen. Dabei müssen sie sich einigen Fragen und Problemen stellen. Darf Gerda das Heim verlassen, um sich mit Bernhard zu verabreden? Und die Verordnungen kannten Regeln für Ehepaare oder Lebenspartner. Gelten diese auch für zwei Personen, die sich gerade erst kennen und lieben lernen?


Pandemie ist Rahmen der Handlung

„Weder Bernhard noch Gerda infizieren sich selbst in der Geschichte“, erläutert der Autor. Die Pandemie und die Auswirkungen bilden die Rahmenhandlung, aber die handelnden Figuren sind nicht gesundheitlich betroffen. Die Handlung spielt in etwa fünf Monaten und endet am 7. Juli. Für das Senioren-Paar gibt es ein Happy End. Gerda und Bernhard beschließen zusammenzuziehen. Während Gerda das bisherige Heim verlässt und sich häuslich einrichtet, bereitet Bernhard einen Heiratsantrag vor.


Eigentlich bieten sowohl das Ende der Geschichte und auch der zweite Lockdown im Herbst genügend Möglichkeiten für eine Fortsetzung der Geschichte, doch diese hat der Autor erst einmal nicht geplant. „An sich ist die Geschichte von Gerda und Bernhard für mich abgeschlossen.“ Dass das Thema Corona in Zukunft in der Literatur einige Spuren hinterlassen wird, hält er für ziemlich wahrscheinlich. Eigentlich hatte er vor, die Liebesgeschichte des Seniorenpaares bei Lesungen einem Publikum vorzustellen, aber daraus wird aufgrund der derzeitigen Maßnahmen wohl nichts.


„Vielleicht werden Lesungen im kommenden Jahr möglich sein, aber das kann keiner von uns derzeit wissen. Wie in so vielen Bereichen des Lebens hat Corona auch hier viele Fragezeichen hinterlassen.“

Das Buch „Wartezeit – Wie ein Virus die Liebe zweifeln lässt“ kann in der Unibuch-Buchhandlung in Burg erstanden werden und auch im Rotfuchs, wenn dieser wieder öffnet.

Herausgegeben von Lutz Sehmisch und Marion Krüger für die Jerichower Schreibrunde



… und dann kamen die Gedanken






Eine Anthologie zum 25-jährigen Bestehen der Jerichower Schreibrunde

164 Seiten im Format 15,5 x 22 cm


16 Mitglieder der Jerichower Schreibrunde bringen ihre Gedanken aus dem Augenblick heraus mit Worten und Pinseln zu Papier oder auf Leinwand. In diesem Buch zum 25-jährigen Jubiläum legen sie ihre Masken ab und zeigen ihre Gefühle. Sie gehen wie in einem Labyrinth in nahen und fernen Kreisen immer dichter an sich selbst heran. Sie können immer öfter sagen, was sie sagen müssen und entdecken ihren inneren Kern. So schreiben sie über das Wagnis und das Glück, einen Menschen zu lieben oder einen Freund zu haben. Es gibt ehrliche Bestandsaufnahmen über Ängste, den Schmerz und die Schatten in uns und über den Kampf mit sich selbst und dem Gefühl, ohnmächtig zu sein. Ihre Gedichte, Texte und Bilder sprechen ihnen aus der Seele und spiegeln ihr Leben mit allen Höhen und Tiefen wider. Schreiben und Malen ist für sie auch Therapie.


Verlag BoD

Paperback ISBN 978-3-751951-32-6 8,99 €

Hardcover ISBN 978-3-751951-88-3 18,99 €

E-Book ISBN-13: 9783751951993074 4,99 €