Literaturempfehlungen

Peter Hoffmann


Liebe Literaturfreunde, ich möchte euch auf eine Arbeit aufmerksam machen, die demnächst im Eigenverlag erscheinen soll: „Den Jahren mehr Leben geben“ von Margrit Pawloff.

Die ehemalige Herausgeberin des „Wortspiegel“ hat ihre Memoiren verfasst. Diese werden nicht im Buchhandel erhältlich sein.

Wer Interesse an diesen Aufzeichnungen hat, der kann vorab über mich (Martin.Liehr56@t-online.de) eine Bestellung aufgeben. Der Preis wird bei ca. 14,90 Euro liegen. Anhand der Vorbestellungen kann M. Pawloff kalkuieren, wie viele Exemplare sie drucken lässt.

Als Blick vorab das von mir verfasste Vorwort:

 

Vorwort

Beim Lesen dieses Buches kamen mir immer wieder drei Zitate in den Sinn. Das erste stammt von Bernhard Shaw: „Solange du dich für das Leben interessierst, so-lange wird sich das Leben für dich interessieren.“ Das zweite ist einem Brief von Rainer Maria Rilke an einen Freund entnommen: „Und dann eines Tages alt sein/und noch lang nicht alles verstehn, nein, /aber anfangen, aber lieben, aber ahnen,/aber zusammenhängen mit Fernem und Unsagbarem …“

Margrit Pawloff hat in den über acht Jahrzehnten ihres bisherigen Lebens Erfahrungen gesammelt und auch sammeln müssen, die symptomatisch für eine ganze Generation stehen. Erfahrungen, die uns das Verstehen von deutscher Geschichte, europäischer Geschichte und des Weltganzen überhaupt näherbringen können.

Als Kind entgeht sie nur knapp der Bombardierung von Dresden. Sowjetische Soldaten tun ihrer Mutter Leid an. Aber ein anderer Angehöriger dieser Armee rettet die kleine Margrit später vor dem Ertrinken. Ihr Berufsleben beginnt sie als Lehrling in einem märkischen Dorfladen, teilt Butter auf Lebensmittelmarken zu. Dann folgt sie dem Ruf zum Aufbau von Eisenhüttenstadt. Es folgen weitere Lebensstationen, die typisch für ein Leben in der damaligen DDR sind. Bei Untergang dieses Landes ist die Autorin dieses Buches Inhaberin eines Lehrstuhls an der Humboldt-Universität zu Berlin. In dieser Funktion betreut sie 1989 Raissa Gorbatschowa, die Ehefrau des obersten Staatsmannes der Sowjetunion, während seines Staatsbesuches aus Anlass des 40. Jahrestages.

Monate später steht Prof. Dr. Margrit Pawloff, die eben noch ein Institut mit 150 Mitarbeitern leitete, in der Schlange der Wartenden draußen in der Kälte vor einem Berliner Arbeitsamt, gemeinsam mit Weggefährten. Nicht alle verkraften das. Manche verlieren den Verstand, andere nehmen sich das Leben.

Margrit Pawloff hält sich mit dem Verkauf von Modeschmuck auf Märkten über Wasser. Zunächst. Die Berührungsängste mit den Behörden der neuen Ordnung werden

bald kleiner. Sie bringt sich wieder ein, wenn auch auf unterer Ebene. Aber nützlich für die Menschen. Das ist ihr wichtig.

Lebenserfahrung, die aufgeschrieben werden muss. Mit Gleichgesinnten gründet Margrit Pawloff einen Verein. Dieser ist bald sogar in Projekte auf europäischer Ebene eingebunden.

Die Vereinsvorsitzende wird außerdem Chefredakteurin einer deutschlandweit anerkannten Literaturzeitschrift.

„Was für ein Leben!“, möchte man da rufen. Aber das ist ja längst nicht alles. Es gibt auch ganz Persönliches in diesem Buch: zum Beispiel hat Margrit Pawloff dreimal den Krebs besiegt, nie den Mut verloren. In dem Park vor ihrer Wohnung im Zentrum der Hauptstadt geht sie trotz ihres Alters und ihrer Krankengeschichte fast täglich laufen. Sie surft im Internet, bedient ein kompliziertes Smartphone und sagt über sich: „Nun sehe ich das Abendrot. Und noch immer will ich es wissen. Auf neue Wunder warte ich immer noch. Auf große und auf kleine.“

Auch diese zuletzt zitierten beiden Sätze sollte man auf ihre Welthaltigkeit prüfen: Eine Philosophin sagt nichts einfach so dahin, auch wenn es auf den ersten Blick banal erscheinen mag.

Und nun komme ich zur dritten der oben angekündigten Lebensweisheiten, die mir beim Lesen dieser Erinnerungen in den Sinn gekommen sind. Der folgende Satz wurde von der Autorin selbst geprägt. Er zieht sich sowohl durch dieses Buch als auch durch ihre zwanzigjährige Tätigkeit für die Literaturzeitschrift „Wortspiegel“, in der sie zahlreichen Menschen die Gelegenheit bot, Lebenserkenntnisse weiterzugeben: „Was nicht aufgeschrieben ist, ist bald vergessen!“