Die Magdeburger

Günter Hartmann



Magdeburger Schreibrunde des Pelikan e.V. Burg im Jahr 2022


Kontakt: Günter Hartmann - Lektor, Redakteur, Autor / gmhartmann@web.de

Ort: Peter-Sodann-Bücherkiste, Breiter Weg 29 (Nordabschnitt, Nähe Katharinenturm)

Zeiten: Jeder zweite Montag des jeweiligen Monats - von 10 Uhr bis ca. 12.30 Uhr


Termine:

10. Januar 2022
14. Februar 2022
14. März 2022
11. April 2022
09. Mai 2022
13. Juni 2022
11. Juli 2022
08. August 2022
12. September 2022
10. Oktober 2022
14. November 2022
12. Dezember 2022


Änderungen möglich!



in der Peter Sodann Buchhandlung



Zusammenfassung MagdeburgerSchreibrunde vom 12.09.2022


Mit der Motivation zum Schreiben istdas so eine Sache. Mal geht es. Mal geht es nicht. Wie ich letzten Monat (August 2022) feststellen musste, waren meine Ambitionen zum Schreiben sehr vage und nicht sehr stark auf einen fertigen Text gerichtet. Deshalb schob ich alles vor mir her. Auch die Zusammenfassung der Schreibrunde, obwohl mir das immer Spaß macht, rückte in weiter Ferne.


Diesen Monat versuche ich nicht so viel vor mir herzuschieben. Also dachte ich mir: „Heute schreibe ich die Zusammenfassung!“. Da sind wir nun und beginnen mit zweiherzerwärmenden Gedichten von Sandra Zinke...


Sie sei „Immer da“, wenn sie gebraucht würde. Es wär ihr egal, wo man ist, ob man weint oder was man denkt. Das ist etwas, was so viel Liebe in sich trägt, dass man Sandra auf der Stelle umarmen und ihr danken möchte. Mit „Reichmir deine Hand“ zaubert sie auch ein Lächeln auf das Gesicht des Lesers.


Waltraud Eichmann las „Bilder einerAusstellung“. Sie besuchte die Messe für zeitgenössische Kunst, die ich leider nicht mit besichtigt hatte. Sie war begeistert von der Ausstellung, weil sie dort die Möglichkeit hatte, die Künstler zutreffen und zu sprechen.


Über eine Reha -Erfahrung schrieb Bärbel Reichardt. Es ging dabei aber eher um die Überwindung der Angst vor Fahrstühlen als um die Reha. Sie hatte sehrverständnisvolle Mitpatienten, die ihr halfen, diese Klaustrophobie zu überwinden – etwas, was jahrelange Therapie nicht geschafft hatte.


Marianne von Lieben berichtete übereine Teekanne, die – wie sie mir erklärte – zu DDR-Zeiten sehr selten waren. Michael Bremer trug eine Geschichte vor, die auf eine Sage zurückgeht, nach der ein Schäfer einen gefundenen Schatz für den Dombau gab.


Dass DNA-Analysen interessantes zutage fördern können, ist wohl jedem bekannt. Gertrud Dörsing hat 2019 eine DNA-Analyse von ihrer Familie geschenkt bekommen. Sie beschäftigt sich seit langem mit ihrer Familiengeschichte. In derSchreibrunde verkündete sie das Ergebnis ihrer eigenen DNA-Analyse:Sie stammt zu etwa 34 Prozent von Engländern ab. Das war sehr überraschend für sie.


Überrascht war auch der Vater eines Jungen, als der Kleine sich nach den ersten Schwimmversuchen im tiefen Wasser an seinen Hals klammerte. Sie kamen noch gerade so mit dem Leben davon. Die Geschichte wurde von Antje Reinhold sehr plastisch beschrieben.


Ob man ohne Auto zurecht kommen kann, fragte sich Ingrid Herrmann. Sie hatte sehr schlechte Erlebnisse mitdem 9-Euroticket machen müssen. Darum plädierte sie für das Auto als eine bequemere und zuverlässigere Hilfe im Alltag.


Als Letzte las ich meinen Text vor. Ich hatte ihn in der Nacht zuvor geschrieben. Ich hatte es endlich geschafft, mich hinzusetzen und zu schreiben, mich dann aber so thematisch verfranst, dass ich nochmal neu anfangen muss…


Mit dem Schreiben ist das so eine Sache. Man braucht manchmal einen guten Freund oder eine verständnisvolle Freundin, die einen ermutigen, den eigenen Wegweiterzugehen. Egal, welche Steine dir in den Weg gelegt werden.Schreib weiter!


Susanne Händel


„Prokrastination“ –Zusammenfassung Magdeburger Schreibrunde vom 08.08.2022


Mit dem Schreiben ist das so eine Sache. Ich bin im Verzug mit der Zusammenfassung der letzten Schreibrunde im August 2022. Ich leide unter Prokrastination, Aufschieberitis. Trifft es nur mich? Oder kann ich darüber hier einmal schreiben, weil vielleicht doch mehr Leute darunter leiden?


Sandra Zinke machte einen guten Start mit ihrem Gedicht „Ich gehe meinen Weg“. Ist es auch ein Weg zum Buch, wenn man nichts schreibt? Sandra hat den gleichen Traum vom eigenen Buch wie ich. Sie schreibt auf jeden Fall – im Gegensatz zu mir.


Aber wie kann man bei denTagesnachrichten überhaupt an ein eigenes Werk denken? Sind nicht andere Dinge jetzt wichtiger? Udo Rupp machte mit seinem Text „Die Sintflut und der Klimawandel“ unmissverständlich darauf aufmerksam.


Angelika Schirmer sah den„Erdüberlastungstag“ für ihre Enkel in einem sehr düsteren Licht. Können wir überhaupt noch etwas ändern am Klimawandel? Mich belastet das so sehr, dass ich die Nachrichten nicht mehr verfolge. Ich kann es einfach nicht mehr aushalten.


Passend zu dem Textinhalt von Udo und Angelika las Waltraud Eichmann ein Zitat aus einer Zeitschrift vor. Wie wir die Energiewende überhaupt schaffen sollen und was getan werden muss, traf den Nerv aller in der Gruppe. Es gab Beifall und Händeklatschen.


Ingrid Herrmann beschrieb einen Teil aus ihrer Kindheit, Marianne von Lieben erzählte über„Flussgeplätscher“ und Michael Bremer hatte einen Text über eine 2500km lange Urlaubsfahrt zusammengestellt.


Dies lockerte die Stimmung nicht nur bei mir an diesem Montagvormittag. Mein Magengrummeln setzte sich jedoch fort. Auch als Johanna Bulz als letzte ihren Text „Dem Himmel so nah“ vorstellte.


Ich habe das Schreiben der Zusammenfassung auch deswegen vor mir hergeschoben, weil ich gerne mitreden möchte bei solchen Themen wie Ukraine, Klima und Energiewende. Aber ich habe eine so andere Sicht auf die Dinge, dass ich mich erst einmal selbst erklären muss, um darüber sprechen zu können.


Es sind wichtige Einsichten. Dass ich sie nicht verständlich äußern kann, haut mich jedes Mal um. So wurde mein vorgelesener Text kritisiert. Es kostet mich unheimlich Energie mich hinzusetzen und nachvollziehbare Inhalte zu schreiben.Das Problem ist wohl, dass ich zu viel vom Leser verlange. Er oder sie muss (fast) alles vergessen, was er über die Welt zu wissen glaubt.


Wer will schon sich selbst in Fragestellen, wenn er sich eigentlich „nur“ über wichtige Sacheninformieren und austauschen möchte? Ich bin nicht Moses und habe nicht alle Antworten parat. Ich verlange von meinem Gegenüber, dass er eine offene Haltung einnimmt – ohne gleich Antworten und Lösungen zu erhalten.


Ich glaube, dieses Aushalten des In-der-Schwebe-Seins ist etwas, was nur sehr wenige verstehen und noch weniger ertragen können. Ich weiß, das „Staatsfernsehen“ belügt uns. Aber was nun die volle Wahrheit ist, weiß ich auch nicht.


Es gibt aber Hoffnung. Wenn ich den Mut finde, darüber zu schreiben, finden sich vielleicht Leser die durch diese Texte zum (Um-)Denken animiert werden.


In diesem Sinne,

bis zum Treffen im September und alles Gute.


Schreibrundenzusammenfassungvom 11.07.2022


Magdeburger Schreibrunde –Zusammenfassung


Als wir uns in den Räumen von PeterSodanns Bücherkiste wieder einfanden, ahnten wir noch nicht, dass es dieses Mal ein buntes Potpourri von Texten geben würde. Den Anfang machte das Werk von Angelika Schirmer. Mit der Überschrift „Bücher sind für mich geistige Nahrung“ war auch schon alles gesagt. Sie berichtete begeistert über „Wo wir zuhause sind“ von Maxim Leo.


Marianne von Lieben beschrieb in„Touristen mit Gans“ wie sie mit Freunden eine Radtour absolvierte. Eines Tages gewannen sie eine Gans, die der Truppe sehr wohlgesonnen war. Deshalb bekam sie einen Ehrenplatz, welcher ihr bis zu der Abfahrt der Fahrradfahrer in heimatliche Gefilde sicher war. Unbekannt blieb jedoch ihr Schicksal nach der Abreise.


Johanna Bulz schrieb mithilfe ihrer Kunstfigur Anna-Lena Sommer meistens über ihren Sohn. Eines Tageshatte sie mir berichtet, dass sie auch eine Tochter hat. Meine Frage,warum sie nie einen Text über „Sabrina“ geschrieben hat, war wahrscheinlich Ansporn, den heutigen Beitrag zu verfassen.


„Verzeih mir“ war ein Stück weit die Auseinandersetzung mit ihren Schuldgefühlen gegenüber Sabrina.Weil Johanna das Verhältnis ihres Sohns zu sich immer mehr beschäftigt hatte, als das zu der gesunden Tochter, fühlte sie sich schuldig. Obwohl Johanna eigentlich wusste, dass Sabrina ihren eigenen Weg im Leben gefunden hat.


Udo Rupp schrieb über den Klimawandelund ich bekam zu meinem Text „Ich spreche in Rätseln, weil mir die Worte im Weg sind!“ konstruktive Kritik und Ansporn weiterzuschreiben.


Als letzte in unserem Potpourri erzählte Waltraud Eichmann in „85“ wie sie ins Fernsehen kam.Bei einer Sendung über die „kognitive Entwicklung von Senioren“wurde sie als „Bestager“, also als fitteste Seniorin in ihrerAltersklasse, vorgestellt. Sie berichtete ganz stolz über ihr Engagement in dieser Sendung.


Wir sehen uns am 8.8.2022 um 10 Uhrwieder in Peter Sodanns Bücherkiste.


Susanne Händel


Hartmannmeint:

Kurzund knackig, SH.

Wasso passiert ist,

istenthalten im Text.

Dasallermeiste.

Jedenfalls.

Oderso ...


Nachsatz:

GünterHartmann hatte danach am 21.7.noch eine Buchpremiere

seiner"Zuckerbrotpeitsche" in Burg, welche er mit zusammen

mit Antje Reinhold aus der Magdeburger Runde

und der Band Seitenspinner

ausJerichow vor ca. fünfzig Gästen

in der Brigitte Reinmann Bibliothek Burg bestritt.

Im zweiten Teil des Abends gab es aus vielen Schreibrunden

"Grenzfahrungstexte",die Eingang in einer neuen Anthologie

des dorise-Verlags finden werden.

--
GÜNTERHARTMANN
Autor, Journalist,
Lektor, Redakteur
"DieZuckerbrotpeitsche" 2022
ISBN:978-3-946219-58-3

www.literaturfenster-aktuell.de




Schreibrundenzusammenfassung vom 13.06.2022 Magdeburger Schreibrunde



Dieses Schreibrundentreffen im Juni 2022 war erstens mit elf Personen sehr gut besucht und dadurch zweitens sehr abwechslungsreich. Als Einstimmung las Antje Reinhold zwei Textausschnitte aus der Volksstimme vor.


Für Günter, der beim letzten Treffen die Leitung an Antje delegiert hatte, war Marianne von Lieben ein neues Gesicht. Darum forderte er sie auf, als Erste zu lesen. Nachdem wir geklärt hatten, dass der Text „Tante Rosa“ und nicht wie die Fernsehserie „Ponderosa“ hieß, las Marianne ihren Beitrag vor.


Sie beschrieb ihre Kindheit auf dem Dorf. Tante Rosa wollte im Winter eine Kanne voll Milch holen. Es war zu der Zeit ziemlich glatt. Als sie am Bauernhof angekommen war, wurde sie, unbemerkt von anderen, vom Wachhund angegriffen und am Fuß schwer verletzt.


Weniger blutig fiel der Text „Mai 1987“ von Michael Bremer aus. Die Urlaubsfahrt nach Capri über München und Graz war sehr anschaulich geschildert. Udo Rupp hatte eine für unsere Schreibrunde ungewöhnliche Textform gewählt. Antje und Udo lasen seinen Dialog vor, in dem es u.a. um die weniger appetitliche Herstellung von deutschen Bockwürsten in China ging.


Johanna Bulz schilderte „Die Herrschaft der Sünde“. In ihrer Geschichte lässt sich die zehnjährige Anna-Lena dazu hinreißen, anstelle eines Brotes, einen saftigen Pfirsich zu kaufen und ihn auf der Stelle zu essen. Heute kann man sich schwerlich vorstellen, wie so etwas damals als „unverzeihliche Sünde“ schwer bestraft wurde.


Doppelt hält besser! Darum las Antje ein zweites Mal kurzweilige Texte vor. Sie hatte wohl kaum mit ´Prokrastination` zu kämpfen. Angelika Schirmer sprach vielen – vielleicht auch allen - aus dem Herzen, als sie ihr Leid über „Schreibblockaden“ zum besten gab.


Ich selbst bekam auf meinem Versuch hin, etwas sinnvolles zu schreiben, noch eine Menge mehr Inspirationen, wie ich es noch kompakter schildern kann.


Sandra Zinke, die als Letzte las, hatte einen lieben Brief an Dorothea Iser verfasst. Dorothea bedeutet Sandra – wie auch uns anderen – viel. Wobei Sandra, glaube ich, eine sehr emotionale Bindung zu Dorothea entwickelt hat. Sandra hat viele Fortschritte mit Hilfe von Thea in der Therapie schaffen können. Ich finde den Text ein gerechtfertigtes Dankeschön für diese Unterstützung.


Weiterhin möchte ich an dieser Stelle Günter Hartmann danken. Mit seiner manchmal recht trockenen Kritik muss man erst einmal umgehen können. Aber es ist zum Besten der Texte und der Schreibfertigkeiten der Autoren. Er wird im Juli 70 Jahre alt. Wir hoffen, dass er unsere Schreibrunde noch viele Jahre mit seinen zuweilen bissigen Kommentaren bereichern wird.


Vielen Dank – Günter und Thea… und allen anderen!


Susanne Händel


Zusammenfassung Magdeburger Schreibrunde vom 09.05.2022


Die Magdeburger Schreibrunde traf sich im Mai 2022 ohne Günter Hartmann. Die Runde wurde stellvertretend von Antje Reinhold geleitet,was sie sehr gut machte.


Michael Bremer brachte eine überarbeitete Version eines Textes über den Selbstmord seines Vaters mit. Er wies mich daraufhin, dass der Vater am 17.05.1961 und nicht am 15.05.1961 den Tod fand – wie in der Zusammenfassung des vergangenen Treffens geschrieben.


Weiterhin stellte Michael unter dem Titel „Diplomarbeiten“ noch kurzweilige Texte vor. Gertrud Dörsing hingegen beschrieb mit dem Besuch von Petroglyphen in „Emery“ (Utah, USA) eine Reise, die zu einer Lehrstunde wurde.


Angelika Schirmer tat ihre „Meinung zum Ukrainekrieg“ kund und die, wie Annegret Winkel-Schmelz` Textvorstellung „Menschen im Hotel“, sehr hitzig diskutiert wurde .


Johanna Bulz brachte nicht nur eine Freundin – Frau Marianne von Lieben – mit zur Schreibrunde. Sie schrieb auch über das Ende einer Freundschaft.


Nach 50 Jahren sagt die Freundin „Viola“ zu „Anna-Lena“ „Du bist mir zu groß geworden“. Dies ist nicht nur die Überschrift des Textes. Viola beendet somit aus Neid ihre Freundschaft mit Anna-Lena. Die Protagonistin geht aber gestärkt daraus hervor.


Marianne von Lieben beschrieb mit „Als ich mit Galja ein Auto kaufen wollte“ die Irrungen und Wirrungen, die bei solch einem Vorhaben geschehen können.


In der Hoffnung, dass Günter und alle anderen wieder mit von der Partie sind, sehe ich der Schreibrunde am 13.Juni 2022 entgegen.


Susanne Händel



Zusammenfassung Magdeburger Schreibrunde 11.04.2022


„Grenzerfahrung“


Am 11.04.2022 trafen wir uns in der Bücherkiste zur monatlichen Schreibrunde. Michael Bremer stellte dieses Mal zwei Texte vor. Der erste beschrieb einen Protest gegen die Schließung eines Kohlebergwerks. Er partizipierte dabei als Musiker und konnte mit Nina Hagen und allen anderen Musikern am Ende des Konzerts ein Ständchen vortragen.


Uns alle hat aber sein zweiter Text am meisten bewegt. Am 15.05.1961 beging sein Vater Selbstmord. Michael schilderte diesen Tag und das, was vor diesem Ereignis stattfand, auf sehr detaillierte Weise. Man konnte die erdrückende Last, die er so viele Jahre mit sich herumtrug, buchstäblich fühlen.


Waltraud Eichmann erzählte davon,wie sie sich – vor dem Mauerbau - regelmäßig in West-Berlin mit ihrer Tante und ihrem Onkel traf. Als die innerdeutsche Grenze geschlossen wurde, konnten sie sich nur noch auf einer Bank an einem Bahnhof in Berlin treffen. All dies, so erfuhr sie später aus ihrer Stasi-Akte, wurde penibel vermerkt – ohne dass sie davon Notiz nahm.


Bärbel Reichardt las mit „Ich habe wieder Lust am Leben“ eine überarbeitete Fassung von ihrem vormaligen Textes. Antje Reinhold hingegen beklagte, dass das „Wir-Gefühl“ in Zeiten von Gendern und die Streichung bestimmter Worte aus dem Sprachschatz bedauerlicherweise verloren gegangen ist.


Sandra Zinke hatte drei kleine Arbeiten mitgebracht. „Briefe an den Himmel“, „Gedanken an meinen Papa“ und „Opa“ behandelten alle den Tod nahestehender Verwandter und die Auswirkungen, die mit diesem Verlust einhergingen.


Johanna Bulz schrieb einen liebevollen Brief als „Liebe Freundin“ an sich selbst. Mein Beitrag war ein redigierter Text aus der vorherigen Schreibrunde. Er wurde von den meisten als nicht verstehbar wahrgenommen. Mir wurde nahegelegt, nicht mehr über das behandelte Thema zu schreiben.


Hier zeigt sich vielleicht am besten, was Schreiben sein kann: Ein unendlich dauernder Versuch, von Anderen verstanden zu werden. Schließlich bin ich als Autor verantwortlich dafür, dem Leser meine Sicht bestmöglich zu schildern. Ob er mich so versteht, wie ich es sehe, steht nicht mehr in meinem Einflussbereich.


Ich hoffe, beim nächsten Mal besser erklären zu können, warum mir das Schreiben über das hier nicht erwähnte Thema, so viel bedeutet. Es ist auf jeden Fall einen weiteren Versuch wert.


Wir treffen uns am 09.05.2022 wieder in Peter Sodanns Bücherkiste.



Schreibrundenzusammenfassung vom 14.03.2022


Die Magdeburger Schreibrunde startete im März mit Sandra Zinkes starkem Text über einen Krankenhausaufenthalt von 2018. Sie zeichnete verbal die psychischen und physischen Auswirkungen von Flashbacks des sexuellen Missbrauchs aus ihrer Kindheit in so einer Deutlichkeit, dass der Zuhörer mitlitt und mitfühlte.


Angelika Schirmers Text „Übergänge“ verband ihr Erwachen nach ihrem Autounfall und den bald darauf folgenden Tod ihrer Mutter.


Bärbel Reichert hatte viel zu lesen mit. Nachdem sie vorgelesen hatte, diskutierten wir auch diesen Text. Wir kamen zu dem Schluss, dass sie diesen in viele verschiedene kleine Texte unterteilen sollte. Er enthielt so viele einzelne Geschichten, dass daraus ein Buch oder zumindest ein Büchlein entstehen könnte.


Danach bekam ich die Gelegenheit, der Gruppe meinen Text vorzustellen. Der einhellige Kommentar war, dass ich mich aufs Wesentliche konzentrieren solle, also die Bedeutung der 4 und der 8 in Zusammenhang mit mir. Alles andere solle erst einmal wegfallen.


Antje Reinhold hatte ihren Text „Blaue Bilder“ benannt. Sie kokettierte mit Yves Klein um dessen Blaue Bilder und mit ihren selbstgemachten Geburtstagskarten um das Lob ihrer Freundin. Schließlich meinte Günter süffisant den Titel in „Blaulus“ umzubenennen. Weil Antje nach anfänglichem Gelächter über die drei blauen Quadrate von Klein sich zur Kennerin von „Blau“ mausert und sozusagen von Saulus zum Blaulus wird.


Udo Rupp trug ein Gedicht von Otto Ernst vor. Er bezog sich damit auf seinen eigenen Text, den er im Februar 2022 vorgelesen hatte.


Michael Bremer las zuerst seinen Text über „Christiane – Stern meiner Kindheit“ vor. Diesem konnte man gut folgen, weil man mitgenommen wurde in die Zeit mit Christiane. Sein zweiter Text sollte, wie bei Bärbel in viele Einzelgeschichten aufgeteilt werden.


Johanna Bulz´ Geschichte hieß „Nur eine Stunde Quigong“. Darin beschrieb Johanna wie ihr durch eine mentale Übung aus dem Quigong ihr eigenes Dilemma bewusst wird. Sie braucht zum einen ihre Schwiegermutter, um ihren kleinen behinderten Sohn zu versorgen. Zum anderen hasst Johanna ihre Schwiegermutter, weil sie für die Behinderung des Kindes von ihr verantwortlich gemacht wird.


Dies war die Schreibrunde im März 2022. Wir treffen uns so wir können am 11.04.2022 wieder in Peter Sodanns Bücherkiste in Magdeburg.