Die Magdeburger

Günter Hartmann



Magdeburger Schreibrunde des Pelikan e.V. Burg im Jahr 2022


Kontakt: Günter Hartmann - Lektor, Redakteur, Autor / gmhartmann@web.de

Ort: Peter-Sodann-Bücherkiste, Breiter Weg 29 (Nordabschnitt, Nähe Katharinenturm)

Zeiten: Jeder zweite Montag des jeweiligen Monats - von 10 Uhr bis ca. 12.30 Uhr


Termine:

10. Januar 2022
14. Februar 2022
14. März 2022
11. April 2022
09. Mai 2022
13. Juni 2022
11. Juli 2022
08. August 2022
12. September 2022
10. Oktober 2022
14. November 2022
12. Dezember 2022


Änderungen möglich!



in der Peter Sodann Buchhandlung



Susanne Händel


Zusammenfassung Magdeburger Schreibrunde 11.04.2022


„Grenzerfahrung“


Am 11.04.2022 trafen wir uns in der Bücherkiste zur monatlichen Schreibrunde. Michael Bremer stellte dieses Mal zwei Texte vor. Der erste beschrieb einen Protest gegen die Schließung eines Kohlebergwerks. Er partizipierte dabei als Musiker und konnte mit Nina Hagen und allen anderen Musikern am Ende des Konzerts ein Ständchen vortragen.


Uns alle hat aber sein zweiter Text am meisten bewegt. Am 15.05.1961 beging sein Vater Selbstmord. Michael schilderte diesen Tag und das, was vor diesem Ereignis stattfand, auf sehr detaillierte Weise. Man konnte die erdrückende Last, die er so viele Jahre mit sich herumtrug, buchstäblich fühlen.


Waltraud Eichmann erzählte davon,wie sie sich – vor dem Mauerbau - regelmäßig in West-Berlin mit ihrer Tante und ihrem Onkel traf. Als die innerdeutsche Grenze geschlossen wurde, konnten sie sich nur noch auf einer Bank an einem Bahnhof in Berlin treffen. All dies, so erfuhr sie später aus ihrer Stasi-Akte, wurde penibel vermerkt – ohne dass sie davon Notiz nahm.


Bärbel Reichardt las mit „Ich habe wieder Lust am Leben“ eine überarbeitete Fassung von ihrem vormaligen Textes. Antje Reinhold hingegen beklagte, dass das „Wir-Gefühl“ in Zeiten von Gendern und die Streichung bestimmter Worte aus dem Sprachschatz bedauerlicherweise verloren gegangen ist.


Sandra Zinke hatte drei kleine Arbeiten mitgebracht. „Briefe an den Himmel“, „Gedanken an meinen Papa“ und „Opa“ behandelten alle den Tod nahestehender Verwandter und die Auswirkungen, die mit diesem Verlust einhergingen.


Johanna Bulz schrieb einen liebevollen Brief als „Liebe Freundin“ an sich selbst. Mein Beitrag war ein redigierter Text aus der vorherigen Schreibrunde. Er wurde von den meisten als nicht verstehbar wahrgenommen. Mir wurde nahegelegt, nicht mehr über das behandelte Thema zu schreiben.


Hier zeigt sich vielleicht am besten, was Schreiben sein kann: Ein unendlich dauernder Versuch, von Anderen verstanden zu werden. Schließlich bin ich als Autor verantwortlich dafür, dem Leser meine Sicht bestmöglich zu schildern. Ob er mich so versteht, wie ich es sehe, steht nicht mehr in meinem Einflussbereich.


Ich hoffe, beim nächsten Mal besser erklären zu können, warum mir das Schreiben über das hier nicht erwähnte Thema, so viel bedeutet. Es ist auf jeden Fall einen weiteren Versuch wert.


Wir treffen uns am 09.05.2022 wieder in Peter Sodanns Bücherkiste.



Schreibrundenzusammenfassung vom 14.03.2022


Die Magdeburger Schreibrunde startete im März mit Sandra Zinkes starkem Text über einen Krankenhausaufenthalt von 2018. Sie zeichnete verbal die psychischen und physischen Auswirkungen von Flashbacks des sexuellen Missbrauchs aus ihrer Kindheit in so einer Deutlichkeit, dass der Zuhörer mitlitt und mitfühlte.


Angelika Schirmers Text „Übergänge“ verband ihr Erwachen nach ihrem Autounfall und den bald darauf folgenden Tod ihrer Mutter.


Bärbel Reichert hatte viel zu lesen mit. Nachdem sie vorgelesen hatte, diskutierten wir auch diesen Text. Wir kamen zu dem Schluss, dass sie diesen in viele verschiedene kleine Texte unterteilen sollte. Er enthielt so viele einzelne Geschichten, dass daraus ein Buch oder zumindest ein Büchlein entstehen könnte.


Danach bekam ich die Gelegenheit, der Gruppe meinen Text vorzustellen. Der einhellige Kommentar war, dass ich mich aufs Wesentliche konzentrieren solle, also die Bedeutung der 4 und der 8 in Zusammenhang mit mir. Alles andere solle erst einmal wegfallen.


Antje Reinhold hatte ihren Text „Blaue Bilder“ benannt. Sie kokettierte mit Yves Klein um dessen Blaue Bilder und mit ihren selbstgemachten Geburtstagskarten um das Lob ihrer Freundin. Schließlich meinte Günter süffisant den Titel in „Blaulus“ umzubenennen. Weil Antje nach anfänglichem Gelächter über die drei blauen Quadrate von Klein sich zur Kennerin von „Blau“ mausert und sozusagen von Saulus zum Blaulus wird.


Udo Rupp trug ein Gedicht von Otto Ernst vor. Er bezog sich damit auf seinen eigenen Text, den er im Februar 2022 vorgelesen hatte.


Michael Bremer las zuerst seinen Text über „Christiane – Stern meiner Kindheit“ vor. Diesem konnte man gut folgen, weil man mitgenommen wurde in die Zeit mit Christiane. Sein zweiter Text sollte, wie bei Bärbel in viele Einzelgeschichten aufgeteilt werden.


Johanna Bulz´ Geschichte hieß „Nur eine Stunde Quigong“. Darin beschrieb Johanna wie ihr durch eine mentale Übung aus dem Quigong ihr eigenes Dilemma bewusst wird. Sie braucht zum einen ihre Schwiegermutter, um ihren kleinen behinderten Sohn zu versorgen. Zum anderen hasst Johanna ihre Schwiegermutter, weil sie für die Behinderung des Kindes von ihr verantwortlich gemacht wird.


Dies war die Schreibrunde im März 2022. Wir treffen uns so wir können am 11.04.2022 wieder in Peter Sodanns Bücherkiste in Magdeburg.

Zusammenfassung Magdeburger Schreibrunde vom 08.11.2021


„Wer schreibt, der bleibt!“


An diesem zweiten Montag im November traf sich die Magdeburger Schreibrunde wieder in Peter Sodanns Bücherkiste.


Nachdem Angelika Schirmer ihren Text „Lebenswert“ vorgelesen hatte, kam Sandra Zinke anschließend mit zwei eigenen Schreiben zu Wort: das erste handelte vom Mobbing auf der Arbeit – ein Problem, das leider zu viele Menschen nachempfinden können. Den zweiten Teil nannte Sandra selbst „Herbstspaziergang“. Es war ein gelungener Start für die Runde.


Michael Bremer stellte seine fünf kritischen Bemerkungen „Magdeburger Unfug“ vor. Es sollte Satire sein. Es waren aber aus meiner Sicht eher sehr negative Anmerkungen zu Magdeburg.


Johanna Bulz hatte vor Monaten mit dem Schreiben einiger Morgenseiten als tägliche Übung angefangen. Ein Ausschnitt – „Die Macht der Worte!“ - fand die allgemeine Zustimmung. Der Enkeltrick wurde von Johanna gut nachempfunden, weil sie selbst darauf hereingefallen war. Sie war nach unserer Diskussion sicher, dass dies ein Text sei, der weiterentwickelt werden kann.


Udo Rupp las seinen sehr kurzen Text zu den Rolandsäulen in Stendal vor. Gertrud Dörsing war als letzte an der Reihe. Sie schrieb über ihre Freundin Christa, die in den USA lebt und deren Leben durch den Einbruch von Drogenabhängigen in ihren Garten aufregender wurde, als sie das unbedingt wollte.

Jedoch möchte Christa nicht zurück in die alte Heimat Deutschland: „In Deutschland spricht nichts mehr zu mir!“ war dann auch ein passender Titel zu dem Erzählten Gertruds.


Gertrud brachte auch die traurige Nachricht über Irene Synder in die Runde mit. Am 06.10.2021 ist Irene Synder leider verstorben. Alle Anwesenden waren sehr betroffen. Es fielen uns gleich Texte ein, die sie verfasst hatte.


Ihre Erzählkunst hat wunderbare Geschichten hervorgebracht, an die man sich gerne erinnert, weil sie voller Leben waren. Dinge aus dem Alltag wichtig erscheinen zu lassen – dazu war Irene in der Lage. Eine zufällige „Begegnung“ mit einem älteren Herren wird zu einer spannenderen Sache, die sie ihr Buch vergessen lässt, welches sie eigentlich lesen wollte.


Erinnerungen werden wach,wenn sie ihre Kollegin zu einer „Kaffeepause“ in der neuen Einkaufsmeile einlädt. Unvergessen bleibt das letzte, aber auch wirklich letzte Kleidungsstück, welches den „Kleiderschrank“ doch zum Bersten bringt und dem Leser buchstäblich wie ihre Figur unter einen Wust an Kleidung vergräbt.


Leider mussten wir in den letzten Jahren auf die Anwesenheit Irenes in der Schreibrunde verzichten. Somit spreche ich für alle, die Irene Synder gekannt haben, unser herzliches Beileid an ihre Hinterbliebenen aus.


Irene Synder hat auf unvergleichliche Weise geschrieben und bleibt deswegen über ihren Tod hinweg mit ihren Geschichten in unserer Erinnerung.


Susanne Händel




Schreibrunden -  Zusammenfassung 13.12.2021




An diesem kalten Montagvormittag traf sich die Magdeburger Schreibrunde zum monatlichen Stelldichein in Peter Sodanns Bücherkiste. Es kam ein buntes Potpourri zusammen während dieser drei Stunden.


Zuerst war Angelika Schirmer mit ihrem Text „Klare Sicht“ an der Reihe. Mir war kurz zuvor als erstes aufgefallen, dass sie ihre Brille nicht trug. Sie beschrieb ihre Operation am grauen Star im November und war sichtlich erleichtert, dass sie kaum noch eine Brille benutzen muss.


Auch von Krankheit sprach Waltraud Eichmann später in der Runde. Sie hatte „Das Ende“ vor sich, als sie alleine mit einer Coronainfektion in ihrer Wohnung ausharren musste. Zu allem Überfluss stürzte sie auch noch und trug blaue Flecken im Gesicht davon.


Antje Reinhold las zwei Geschichten vor. Die erste handelte von einer Freundin, die Antje liebevoll als in sich angekommen beschrieb. Weiterhin behandelte sie vorsichtig das Thema Corona-Leugner.


Michael Bremer ließ alte Zeiten aufleben. Mit „Weihnachten in der DDR“ erinnerte er sich an verschiedene Weihnachten, die er erlebt hatte. Er ließ den Krüppel – Weihnachtsbaum genauso wie die Westpakete in seinem Text auftauchen.


Ich selbst las eine Rezension über das Buch „Motiviert studiert“. Das Buch wurde von mir ausgewählt, weil es mich voran gebracht hat... im Schreiben und Lernen.


Johanna Bulz las zuletzt zwei Geschichten vor. „Meine Gedanken sind ein verwildertes Paradies“ charakterisiert ihren Schreibstil. „Die Abendsonne ist die hellste“ sollte zu ihrem vorherigen Gelesenen ein Beispiel sein. Wir stellten aber fest, dass die Überschrift nicht zum Text passt.


Alles in Allem war es ein gelungener Abschied vom Jahr 2021.


Vielen Dank an Günter Hartmann, der uns allen Stollen spendierte.


Waltraud Eichmann soll hier auch gelobt werden, die wie immer Kaffee gekocht und die Tische vorbereitet hatte. Vielen Dank dafür von uns allen.


Ich wünsche einen guten und unfallfreien Rutsch ins Neue Jahr.


Susanne Händel.



Günter Hartmann



Magdeburger Schreibrunde des Pelikan e.V. Burg im Jahr 2022


Kontakt: Günter Hartmann - Lektor, Redakteur, Autor / gmhartmann@web.de

Ort: Peter-Sodann-Bücherkiste, Breiter Weg 29 (Nordabschnitt, Nähe Katharinenturm)

Zeiten: Jeder zweite Montag des jeweiligen Monats - von 10 Uhr bis ca. 12.30 Uhr


Termine:

10. Januar 2022
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