Erwiderungen

Diskussion um Ostereinkauf von Christa Beau

Liebe Thea,

hier noch einmal ein Gedanke zum Text  "Ostereinkauf 2020".

Nun schreibt auch noch Petra, dass ich zu sehr den Zeigefinger gehoben habe. Ich werte diese Stelle des Textes ganz anders. Ja, als Autor sollte man dem Leser nicht belehrend gegenüber treten. Ich mache das gar
nicht. Eine Käuferin belehrt eine andere Käuferin. Eine Situation, wie sie viele Male im Leben vorkommt. Warum sollte ein Autor das nicht im Text festhalten. Spare ich solche Situationen aus, dann schreibe ich am
Leben vorbei. Deshalb kann ich diese Kritik nicht annehmen. Nun sage bitte Du mir als Profi der Schriftstellerkunst, ob ich da so verkehrt liege.

Ganz liebe Grüße,

Christa


Liebe Christa,

 

Du appellierst an mein Fachwissen.

Gut.

Ich konzentriere mich dabei auf den Schluss Deines Textes.

 

Du bist die Autorin. Die Autorin erzählt in der Ich-Form.

Sie lässt ihr Ich am Ende eine Kundin belehren, liest die Warnung vor. Ein wenig oder ein wenig mehr vorwurfsvoll. Auf jeden Fall genervt.

Das ist bis dahin total in Ordnung.

Aber dann!

 

Die Autorin bekommt die Distanz zu ihrer Ich-Figur nicht wieder hin.

 

Sie könnte dazu etwas denken lassen:

Zum Beispiel:

  1. Freude über ihre Belehrung „Der habe ichs aber gegeben!“
  2. Oder Beschämung „Warum bin ich so gereizt? Ich hätte es auch anders sagen können“
  3. Oder die Frau reagiert, antwortet: „Lehrerin, was!“ Oder „Das geht Sie gar nichts an!“

Die Autorin könnte über die gereizte Stimmung erschrocken sein. Ein handfester Streit droht. Dagegen ist der Juckreiz an der Nase gar nichts. Das wollte sie doch  nicht.

Um im Bild zu bleiben, das wäre der Hammer, wenn die Kundin sagen würde, „Fassen Sie sich mal an Ihre eigene Nase!“

 

Das würde mich, wenn ich die Ich-Figur wäre, zum Lachen bringen und versöhnliche Töne anschlagen lassen.

Oder

Oder

oder


Liebe Thea,

super gut Deine Gedanken. Sie haben mich selbst zum Lachen gebracht. "Fassen Sie sich mal an Ihre eigene Nase". Das nimmt der Belehrung tatsächlich die Schärfe.

Danke! Kannst Du gerne veröffentlichen.


Liebe Grüße,

Christa


Liebe Thea,

 

Ich bedanke mich, dass Annegret sich mit meinem Märchen beschäftigte .

Es sind gute Gedanken, die sie aufgeschrieben hat. Ich werde unter

Berücksichtigung ihrer Empfehlungen den Text noch einmal unter die Lupe

nehmen.

 

Herzliche Grüße,

 

Christa

Liebe Anne,


danke für deine ausführlichen und einfühlsamen Hinweise zu meinen Texten. Das Lied ging weiter: "Money makes the world go round / Geld regiert die Welt"...

im deutschen müsste man vielleicht nur Geld.... schreiben. Ich hatte das Lied im Ohr in der Erinnerung, als ich meinen Gedankentext schrieb. Wenn man es googelt, wird es sogar gleich angezeigt von Liza Minelli, weiter unter diesen Einträgen steht: Musical Play for Cabaret, Book and Lyrics by David Axelrod and Tom...weiter konnte ich es nicht lesen/öffnen.

Mein Vater schaute nach dem sogenannten Supermond, weil er so groß nicht oft zu sehen ist. Der Mond war kurz vor Ostern der Erde besonders nah und ich hatte zufällig die Kamera mit. Das erstaunlichste war, dass er es trotz seiner eingeschränkten Sehfähigkeit sogar auf dem kleinen Kameradisplay erkannte, natürlich erst recht in echt. Ralf freute sich über das Foto, er hatte es vergessen und verschlafen. So konnte er den Mond, wie  Vater und ich ihm sahen, anschauen und staunte, was die Kamera ohne Stativ leisten kann. Schön, wenn es bei dir angenehme Erinnerungen weckt.

Flatearthler und Flacherdler ist wirklich so zu finden im Netz. Ich habe mehrere solcher schrägen Theorien zusammen gebracht, um die Absurdität auf die Spitze zu treiben und wirklich lachen zu können. Ralf und ich schauten gemeinsam solche Art "Gläubige" an, um uns selbst ein Bild zu machen. Wir mussten uns vom Gesehenen erholen und fanden unsere eigenen Macken gegenseitig gar nicht so schlimm. Trotz scheinbar vermehrtem Atheismus gibt es schon noch eine Menge Leute, die irgend etwas glauben und sei es noch so unsinnig.

 

Ich bin sehr erstaunt wie viel dir zu meinen Texten eingefallen ist.

 

Liebe Sonntagsgrüße von Ralf und Petra 

Petra Taubert


Liebe Thea,

eine anstrengende aufregende und auch erfreuliche neue Form der Textarbeit hast du zu uns und auf unsere Pelikan-Seite gebracht. Meinungen zu den Texten auf Papier zu bringen, dauert ein Weilchen. Das Lesen auch. Schreiben zu Texten ist sehr anderes, als in einer Runde etwas spontan dazu sagen. Es erfordert Gedankenarbeit und intensives Lesen. Die meisten Texte lese ich mehrmals. Mit nur überfliegen wird man dem Autor nicht gerecht.

Ein wie ich finde, ziemlich achtsamer, trotzdem ehrlicher Umgang miteinander wächst und zwar nicht nur in den Runden jeweils vor Ort. Viele Schreibfreunde, die sich sonst höchstens bei Lesungen oder Workshops begegnen, finden hier zueinander. Manche der Zuschriften zu Texten empfinde ich wiederum fast als eigenen Text.

Es ist doch irre, was hier geschieht, fernab und doch mitten im von dem C. Virus bestimmten Geschehen. Was für ein Glück, dass wir immer wieder Wege finden, uns schreibend zu begegnen und unsere jeweils einzigartigen Handschriften zur Diskussion zu stellen. Danke fürs unermüdliche Suchen und Finden von Formen des Miteinanders im Pelikan und unseren vielfältigen Schreibrunden.