Workshop in Wernigerode

Lebensstoffe werden zu Lesestoffen

Schreibworkshop am 28. September in Wernigerode


Der Workshop wurde geleitet von Dorothea Iser und Peter Hoffmann.

Gastautor war Herbert Beesten.

Es lasen:

Dieter Lumme

Friedhold Taut










Rosi Topf

Antje Reinhold











Annette Kühlmann

Christa Beau











Ute Raabe

Gerhard Hardies










Thurid Winkler

Petra Taubert










Jutta Bartling

Ingeburg Pitak











Helgard Mallin

Brigitte Petzold



Wir danken Rolf Winkler für die Fotos

Rolf Winkler/Foto: Petra Taubert

Petra Taubert

Lebenslesestoffe in Wernigerode

Senioren- und Familienzentrum am 28. September 2019

 

Dreißig Literaturfreunde aus Magdeburg, Gommern, Halle, Friedersdorf, Burg, Wernigerode, Halberstadt, Ilsenburg und Darlingerode kamen zum Herbstworkshop unter der Leitung von Dorothea Iser und Peter Hoffmann in das Senioren- und Familienzentrum in Wernigerode (Steingrube 8). Etwa 10:00 Uhr begannen wir mit der Vorstellungsrunde. Einige Literaturfreunde kannten sich schon, neue Interessierte waren dazu gekommen.

Herbert Beesten stellte seine Texte mit schauspielerischen Elementen gewürzt vor, teils auch rhythmisch untermalt durch treibende Beats. Einige dieser in Poetryslamart vorgetragenen Texte wirkten wie dadaistische Mini-Theaterstücke. Der Text über transgenerationale Übertragungen ging dem Autor Herbert Beesten spürbar nahe. In ein Hubschraubergeräusch eingebettet beschrieb er den Umgang unterschiedlicher Vätergenerationen mit ihren Söhnen. Herbert Beesten arbeitet in Magdeburg mit Senioren an biografischen Bühnenstücken. Außerdem begleitet er KreAltiv. Die Wortmischung umschreibt, wie alte Menschen kreativ und aktiv am Leben teilnehmen können. Ein mit Percussion (von einem elektronischen Gerät eingespielt) untermaltes Stück über die Autobahn spiegelte Eintönigkeit und Gefahren sowie Baustellen- Realität auf deutschen Autobahnen. Sogar englische Songtitel wurden zu einem Stück Text oder Ausdruck von Programmierungen, die Rhythmus generieren können. Das alles sind seiner Ansicht nach Texte.

Nach einer kurzen Kaffee- und Teepause sprach Peter Hoffmann über seine Stoffe, die ihn zum verdichtenden Prozess des Schreibens bringen. Er schreibt, um dahinterzukommen. Unter anderem regt Peter Hoffmann Grundschulkinder zum Schreiben an. Er erarbeitete mehrere Bücher mit geistig behinderten Kindern, in denen es um die Pflege von Kastanienbäumen geht. Schreibende und ihre Texte im Raum Bitterfeld betreut Peter Hoffmann ebenfalls. Er gibt jedes Jahr eine Anthologie heraus. Außerdem arbeitet er an einem Buch, das mit einer Rückblende beginnt. Es wirft die Frage auf, ob unter dem biblischen "Verflucht sollt ihr sein bis ins vierte Glied" überhaupt die Möglichkeit besteht, Ruhe und Frieden zu finden.

Nach der Stärkung in der Mittagspause ging es mit neuer Energie weiter mit dem Besprechen der Texte. Besonders aufmerksam diskutierten Annette Kühlmann, Edel Schimansky, Susanne Händel und Antje Reinhold.

Jeder gelesene Text erhielt Beifall, auch wenn es viele kritische Hinweise gab.

Dorothea Iser beschrieb den Prozess wirklicher Auseinandersetzung mit sich selbst im kreativen Prozess des Schreibens als Öffnen neuer Räume. Türen öffnen sich, die Möglichkeiten enthalten, von denen man vorher nichts ahnte. Die Kunst, wahrhaftige Texte zu schreiben besteht nicht darin, vom Leben abzuschreiben. Es ist eher eine Inspiration. Das Öffnen einer neuen Tür nicht als Bedrohung sondern als Chance zu begreifen. Was erzählt wird, muss nicht so passiert sein, aber es muss wahrhaftig sein. Einige Teilnehmer hatten Texte, die in sich stimmig waren. An anderen muss gearbeitet werden. Die Ergebnisse können dann an Dorothea Iser gesendet werden, die im Nachklang des Workshops eine kleine Anthologie herausgibt. Die Fotos liefert Rolf Winkler, der auch an diesem Workshoptag im kleinen Garten des Senioren- und Familien Zentrums ein akribisch vorbereitetes Gruppenfoto zauberte. Jutta Bartling und Dieter Lumme hatten ringsum im Raum Bilder ausgestellt, die mehrere Teilnehmer ansprachen. Die Gemälde und Zeichnungen waren ein Blickfang beim Nachdenken über das Gehörte und dem Suchen nach hilfreichen Hinweisen für die Autoren. Erst 17.00 Uhr war der arbeitsreiche anregende Workshop "Lebensstoffe werden zu Lesestoffen" zu Ende, der allen Teilnehmern bestimmt lange in Erinnerung bleiben wird und im besten Fall neue Schreibimpulse auslöst. Besonders dankbar sind wir den Organisatoren vor Ort, Ellen Schauerhammer, Christine Schulz und Karola Stockmann für das gute Gelingen dieser herbstlichen Begegnungen der Literaturfreunde Sachsen-Anhalts in Wernigerode.






 


 

Gerhard Hardies

Wernigerode


Wir haben diesen Tag genutzt,
um Meinungen zu tauschen,
und wollten manchem neuen Werk
ganz aufmerksam nur lauschen.

War manches auch nicht super gut,
wir konnten es beheben
und manchem Text auf diesem Weg
ganz neue Kräfte geben.

Da helfen wir einander gern
und kennen keinen Ärger.
Der Austausch macht uns nach und nach
gewiss ein wenig stärker.