Lyrik

theofine

heißer sommer

 

das habe ich kommen sehen

vom mai an oder schon im april

haben wir geschwitzt

sonne hat uns verbrannt

das grün kroch unter die erde

in den hitzefrost

dass es so etwas gibt

haben wir nicht geahnt

nicht mal der wind tröstete

ihn hatte die sonne im griff

wie ein krebsgeschwür

aussichtlos jede bestrahlung

aber es gibt eine heilerin

sie ließ sich zeit

heute erwachte sie

vielleicht war es die regentrude

sie küsste den herbst

ich suche verzweifelt meinen pullover

mistwetter

morgen müssen wir heizen

 

Annegret Winkel-Schmelz

abend

 

narben am stamm

der baum

bringt das gesicht

eines alten hervor

 

ihn dürstet

und doch

zwinkert er mir zu

nur mut

er hat mich erkannt