Die kleine literarische Form

Die kleine literarische Form im großen Kreis

 

Workshop in Wernigerode am 2. September 2017

 

Es nahmen Schreibfreunde aus Burg, Friedersdorf, Halle, Wernigerode und Salzgitter teil.

Vorbereitet und organisiert wurde das Treffen von Christine Schulz und Ellen Schauerhammer.

Leitung lag bei Dorothea Iser und Peter Hoffmann. Musikalische Begleitung übernahm Josi Schmolke aus Burg.19 Autoren lasen ihr Texte. Es wurde diskutiert, gesungen und getanzt.

Ein Tag, der lange nachklingt.

 

2. September 2017 in der Remise im Zentrum der bunten Stadt

 

Aus Salzgitter, Halle, Möckern, Gommern, Friedersdorf, Burg und natürlich Wernigerode strömten Autoren zu diesem herbstlichen Workshop. Im Programm waren ein Vortrag über Haiku, Textbesprechungen nach dem Vorlesen und Lesungen am frühen Nachmittag mit musikalischer Untermalung durch Josi aus Burg.

Erst einmal begrüßten Dorothea Iser (Schriftstellerin aus Burg) und Ellen Schauerhammer, die hier vor Ort solche Möglichkeiten der Begegnung mit organisiert, Gäste und Gastgeber der heutigen Veranstaltung. Zunächst führte uns Christa Beau, die in Halle eine Haiku- Gruppe leitet, in die Welt der japanischen Kurzgedichte, klärte über Form, Struktur und Bezeichnungen sehr anschaulich auf. Abschließend las sie Haiga. Das sind Zeichnungen oder Fotos zum Text. Nach einer kurzen Pause gaben zunächst Autorinnen aus Wernigerode ihre Texte in die Runde. Besonders gut kamen ein Gedicht über einen Rollator von Gerda Steckan und eine Geschichte über ein graues Hühnchen von Ilse Eilers an. Eine Helgard Mallin las Texte zum Thema Meer. Peter Hoffmann, der in Friedersdorf (bei Bitterfeld) selbst eine Autorengruppe leitet und Dorothea Iser moderierten die Diskussion über die Texte.

Mit den Hallenser Autoren war die junge Syrerin Mouna Alyousef nach Wernigerode gekommen, mit einer Geschichte, die sie in ihrer Heimat gehört hatte. Jeden Tag erzählte sie ihren Kindern kleine Geschichten, so wie es ihre Mutter bei ihr tat. Diese Episode über Güte ist eine davon. Das erfuhr ich beim Gespräch in der Mittagspause.

Mouna hatte in der Türkei in Flüchtlingslagern gearbeitet, bevor sie nach Deutschland kam. Sie unterrichtete ursprünglich Französisch, kümmerte sich um traumatisierte Kinder. Hier in Deutschland besuchte sie einen Kurs bei Grazyna Werner, die einen Text über Inselträume vortrug, der mit tollen sprachlichen Bildern bestückt war. Bei Grazyna, die aus Polen stammt, lernte sie deutsch in einem Kurs. So kam sie zur Hallenser Prosaik- Runde, die am Samstag zahlreich vertreten war.

Martina und Wolfgang Müller stellten erheiternde Gedichte und besinnliche Prosa vor. Ein weiterer Autor aus Halle dichtete lustiges in Tucholsky - Art, meinte Peter als Vergleich.

Auch die Autoren aus dem Jerichower Land boten Eigenwilliges und Einzigartiges. Thurid Winkler hatte spontan ein Kurzgedicht zum Tag verfasst:

 

Wernigerode

lesen, hören

und Applaus

Autorenrunde

 

Rolf Winkler fotografierte während der Lesungen und nahm im Innenhof mehrere Gruppenbilder auf. Gewohnt, professionell, charmant. Sein Text ging auf lockere Art mit Schreibblockade und ihrer Auflösung um. Ursula Maria Djaschi stellte ihre Haiku zur Diskussion. Ingrid Gäde las den Text über einen Rollator vor, der mit dem anfangs gelesenen Gedicht der schon betagten Gerda Steckan aus Wernigerode korrespondierte.

Josi Schmolke, der um die Mittagszeit eintraf, als wir uns Wiener Würstchen und Brötchen schmecken ließen, spielten nach längeren Leseblocks heitere Melodien. Ich stellte Haiku und Gedichte vor. Eins erzählt von Rudi, Peter Hoffmanns legendären Hund. Ein zweites Gedicht hieß "Familienauftritt" und gefiel mehreren Zuhörern.

Freunde aus Salzgitter lasen Nachdenkliches. Manuela Herzog über Trauer, Astrid Baumann über den Kampf mit Krankheit und fand auch aufmunternde Gedanken. Sie trug einen Text von Ellen Schauerhammer über eine psychisch kranke Frau aus Wernigerode vor, die düsterste Jahre unter den Faschisten auch Dank ihres Familiennetzes überstand. Ihre Lebenreise war berührend.

Alle Autoren, die wollten, stellten nach einer musikalischen Pause weitere Texte vor. Abschließend sangen alle gemeinsam "Die Gedanken sind frei", "Das Wandern ist des Müllers Lust", "Hoch auf dem gelben Wagen" sowie "Muss i denn zum Städtele hinaus". Ein ereignisreicher schöner Tag ging zu Ende und gab allen Teilnehmern des Workshops ein Gefühl der Verbundenheit mit auf den Weg. Einige werden sich schon bald wiedersehen und freuen sich darauf.

 

Petra Taubert

 

Liebe Thea,

 

wir Prosaiker aus Halle möchten uns herzlich für die Einladung am 2.Sept.2017 in die Remise von Wernigerode bedanken.

Es war eine gelungene Veranstaltung, das ist die Meinung aller. Hier einige Feedbacks:

 

Danke, dass ich dabei sein konnte. Es war ein schöner Tag. Ich habe mir einige Notizen gemacht, die ich in meine Texte einfließen lassen möchte.

Grazyna Werner

 

Die Arbeitssituation war ideal, anregend und interessant.

Unsere Texte konnten mithalten und es war ein gutes Miteinander in Wernigerode.

Die Abschlussrunde mit humorvollen Texten und Gesang war wie Belohnung nach den Arbeitsrunden und ließ ein tolles Gemeinschaftsgefühl aufkommen.

Martina und Wolfgang Müller

 

Ich glaube mit meinen Informationen über das Haiku und andere Formen der japanischen Dichtkunst, habe ich ein Samenkörnchen gepflanzt.

Christa Beau

 

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen!

 

Liebe Grüße,

Christa

 

 

Liebe Dorothea,

 

es war einfach schön, liebe Bekannte zu treffen (z.B Winklers und Petra) und neue Kontakte zu knüpfen. Ich bi der Überzeugung, dass alles, war wir tun und erleben, in uns Spuren hinterlässt. Den Tag gestern zähle ich besonders dazu.

Morgen schicke ich an Grazyna Werner und Gerhard Hardies je ein Buch von mir. Das ist so abgesprochen.

Herzliche Grüße, auch an Walter,

Peter

 

Liebe Thea,

 

ein großer Tag. Danke.

 

Und ein wenig traurig haben wir Wernigerode verlassen. Ein schöner Tag war es mit vielen Begegnungen.

 

Wir haben noch unser Spielchen gemacht und viel gelacht.

 

Bis Montag! Unsere herzlichen Grüße und Gedanken fliegen zu Euch und setzen sich heimlich hinter Dich auf das Tandem.

 

Rolf und Thurid