Das besondere Foto

Das besondere Foto

Fotograf: Rolf Winkler

Wer versucht, einen Text zu finden, der die Stimmung des Fotos trifft? Ihr kennt das Spiel.

Rolf Winkler


gefangen im traum
einsame blütenblätter
täuschen die sinne

dorothea iser

werden erden

 

es bleibt von der fülle

wenn die farben blassen

inhalte ihre form verlassen

nur eine leere hülle

 

aber ich fühle doch

in mir aufgehoben

gedanklich fest verwoben

lebt die erinnerung noch

 

an die zeit der blüten

frohe sommerstunden

unvergessene hoffnungsrunden

und den wunsch sie zu behüten


Ralf Margraf

Aus Blüten gelesen


Am See fallen

Tränen in mein Herz.

Aufspringen möchte ich

aus dem Rollstuhl

oder ihn wenigstens

aus eigener Kraft

bewegen mit

elektrischer

Unterstützung.

Wieder kämpfen

um ein Hilfsmittel-

ich bin so müde.


Verloren schaue ich

auf den See,

in dem ich nicht baden kann,

spüre Schwingungen nach,

die der See aufnimmt.

Plötzlich fühle ich mich wie

"Der mit dem See singt".

Du stehst hinter mir,

umarmst mich.

Mein Kopf liegt

an deiner Brust

und ich höre dein Herz

schlagen

in unserem Takt.


Marion Renate Krüger

Vergangenheit u. Hoffnung

 

Es ist ein Kommen und Gehen

Hoffnung bleibt

egal zu welcher Zeit

Vergangenes war auch schön

 

dunkle Stunden verblassen

Erinnerungen erblühen

wenn wir die Dunkelheit

ruhen lassen.


Petra Taubert

Bizarr und zerbrechlich


geformt von der Zeit

und doch eigenwillig

verwoben mit leuchtenden

Blüten der Träume,

aus denen Sehnsucht

und Leidenschaft sich nähren.

Einzigartige Linien

auf Blättern,

die das Leben zeichnete.



Gedankenknäuel


Wenn "Gefühle flattern",

Wortfindungen schöpfen.

Bizarre Momente einfangen

in Sprachbildern,

wie der Fotograf

dieses Bild der starken

Schwächen einfing

und bewahrte für uns.


Annegret Winkel-Schmelz 

vergehn und entstehn

 

ach, blüte du,

vergiss mich nicht.

schau dir zu,

wenn du brichst.

 

im ew`gen wandel

liegt dein vergehn.

ist dein naturell,

schnell wird’s geschehn.

 

halte dich fest,

lächeln für dich.

hab dich gepresst,

freude für mich.

 

Gisela Langer

Garderobenständer

          

Ich stehe überall.

Werde belagert von Groß und Klein.

Oft bin ich am Zusammenbrechen.

Von den vielen Gerüchen werde ich benommen.

Doch, es gibt Hoffnung. 


Irgendwann am Abend oder zur Nacht, bin ich frei und kann wieder durchatmen.

Annegret Winkel-Schmelz

lied für meinen freund

 

ich fliege dem mond entgegen.

umhang und hut ein sternengewand.

//:will es mit dir weiter pflegen:

freundschaftlich-lebendiges band.://

 

es gibt den augenblick im leben,

er kehret nimmer zurück.

//:als freundin kann ich dir geben:

zuversichtliches lebensglück.://

 

sterben werden wir lange genug.

mond und sterne überdauern zwei.

//:doch eine hand bindet uns klug,

und lässt uns beide frei.://

 

 

Marion Renate Krüger

Medizinische Einrichtung 


Nichts ist, wie es war

Gesundheitssorge gerät in Gefahr

einst schrieb man sie groß

heut frag ich, was ist nur los

ist Sorge um die Gesundheit

nichts mehr wert in dieser Zeit


(meine Gedanken angeregt durch die Zustände in der UNI MD)

dorothea iser

verloren

 

ich suchte dich

schrie um hilfe

biss mich fest

an meiner hoffnung

 

der schwarze mantel

wird dich wärmen

wenn du verbrannt

entkommst den flammen






dorothea iser

geborgen

 

mein herz

liebt den mantel

mit großen taschen

für die gefühle

 

von zeit zu zeit

lächeln sie

in den sturm

Petra Taubert

Im Krankenhaus 

 

Wie benommen

sitze ich

in der Notaufnahme

 

Über den Tropf

fließt neue Kraft

in deinen Körper

 

Glück gehabt-

der Krankentransport

kam schnell genug

Ingrid Gäde

Wartezimmer

 

Als ich meine Jacke an den Garderobenständer hängte, roch ich es. Ein leichter Geruch nach Knoblauch, ein leichter Geruch teures Markenparfüm. Ich schaute in die Runde, kein bekanntes Gesicht.

 

Und dann fiel es mir ein. Ungefähr vor 20 Jahren. Frühlingsanfang, leichter Nieselregen. Er stand am Bahnhof mit Mantel und Hut. Er zog mich an sich. Legte die Arme um meinen Hals. Ich holte tief Luft, leicht Knoblauch, leicht dieses Parfüm.

 

Als ich aufgerufen wurde, waren noch 5fünfPatienten im Raum. Als ich zurückkam, waren es noch drei. Ich nahm meine Jacke vom Haken. Noch immer dieser Geruch.

 

Ich sah aus dem Fenster. Frühlingsonne, leichter Nieselregen. Und der Geruch?

 

Vor zehn Jahren roch ich es zum letzten Mal. Dann verloren wir uns aus den Augen, aus dem Sinn.

 

Ich hängte die Jacke wieder zurück. Als der letzte Patient aufgerufen wurde, hing nur noch ein Mantel und ein Hut am Ständer. Ich stellte mich ans Fenster. Es war sein Mantel, leichter Knoblauchgeruch, das Parfüm. Mein Herz klopfte in meinem Hals. Da ging die Tür auf. Die Reinigungskraft kam mit Eimer und Mopp. „Warten Sie auf wen?“ Ich zeigte auf den Mantel. „Der hängt schon drei Tage hier, hat bestimmt jemand vergessen.“

 

Rolf Winkler


die stille sehen
vögel ruhn es schläft der wind
zwischen tag und nacht



Schwerin, zwanzigster april zweitausendsiebzehn,
neunzehnuhrvierzig, zwei sekunden

am see ein abend
tausendfach gesehen
tausendfach gezeigt
und doch einmalig
an diesem ort
an diesem tag
zu dieser stunde
neunzehnuhrvierzig, zwölf sekunden

Petra Taubert


Begradigt der Lauf

Fluss lässt es sich gefallen

bis zur nächsten Flut

 

Baumstämme am Fluss

Zweige ertrinken

im Abendrot


Wie Rubine in Gold

glitzert heute der Fluss

Abendrot im Dorf

Stefanie Obieglo

Wie das Wasser II

 

Auf der Bank

am See

saßen wir schweigend,

wie schon lange nicht mehr.

 

Der Abendhimmel

ließ seine Farben

durch die Zweige

der alten Bäume leuchten.

 

Du schienst

wie das Wasser,

so ruhig und sanft

der Spiegel des Sees.

 

Kalt ist die Tiefe

und einsam.

 

Marion Renate Krüger

Befinden

 

Es ist still geworden

still in mir

Abendrot sagt

es folgt ein schöner Tag


Die Nacht treibt mich ins Joch

Angst schränkt mich ein

ER ist zurück

seine Stimme greift nach mir

Annegret Winkel-Schmelz

am see in brandenburg

 

es ruht der see vorm horinzont.

ich steh am ufer wie einst fontane.

atme zeitenenlose sinne, die bewohnt

land auf land ab durch die romane.

 

milde luft kriecht sacht empor.

wellen kräuseln sich am strand.

dämmerung schaut schon hervor.

nehm` papier und stift zur hand.

 

schreibe mir stadt aus dem gemüt,

tauche ein in diese heimat.

nehme wahr, wie sie erblüht,

und singe melodien von Karat.

Sigrid Lindenblatt


Abend am Fluss 

dem Rauschen der Wellen nachsinnen

und von der Ferne träumen 

Mehr brauch ich nicht

Ingrid Gäde 

Menetekel


Das Abendrot schmückt den Himmel. Die Bäume spiegeln sich im Wasser.

 

Versteckt im Schilf kuschele ich mich in deinen Arm. Die Nachtigall singt ihr Lied.

 

Ich drehe das Foto.

 

Die Erde glüht noch.

 

Die Bäume strecken ihre verkohlten Äste in den Himmel. Wir …

 

Menetekel (Warnungszeichen)

 

 

Ingrid Gäde

März

 

Ich sehe das Foto, überlege. So etwas Ähnliches habe ich doch schon gesehen.

Ja, es war 1987. Ich war zu Tamara und Jura nach Leningrad geflogen.

Auf der Fahrt in die Stadt fielen sie mir auf. Große Eisenschienen, verkreuzt. Tamara sah meinen fragenden Blick.

„Panzersperren, 30 km vor Leningrad. Ein Stück des Blockaderinges im Krieg.“

Ich hatte darüber gelesen. Filme gesehen. Die Stadt war 3 Jahre umzingelt.

 

Als wir in der Wohnung ankamen zog Jura nicht nur die Schuhe aus. Er schob sein Hosenbein hoch und löste eine Prothese, die bis zum Knie ging. Er entschuldigte sich: „Weißt du, die scheuert momentan.“

 

30 Jahre wechselten wir schon Briefe. Er spielte Handball, ging tanzen, war zur Exkursion in Sibirien. Von einem Unfall hatte er nie geschrieben.

Ich ging in die Küche. Tamara folgte mir. „Das hast du nicht gewusst? Seine Mutter und seine kleine Schwester sind 1943 während der Blockade verhungert. Jura hatte nur Hungertyphus. Das Bein ist einfach nicht mehr gewachsen.“

 

Tamara nahm mich in ihren Arm.

 

„Ingrid, es war doch Krieg.“

 

Petra Taubert

Grastraum

 

Ich webe mir einen Teppich

aus Gräsern

vor meinem Haus

und fliege zu dir

mit einem Koffer

voll grüner Geschichten.

Sie blühen dir entgegen.

 


Singender Halm

 

Einen Grashalm

zwischen den Händen

an die Lippen führen

und pusten.

Ganz einfach,

versuch es.

 

Der Grashalm

singt mein Lied,

staunt der Junge.

Rolf Winkler

möbius’sches band


ich laufe dir entgegen davon
umrunde dich
verwirrt vom
obenunten linksrechts
finde ich mich in dir

Dorothea Iser 

erneuerung

 

ein kleiner käfer

im gräserwahn

stürzt ab

aus der achterbahn

 

die endlosschleife

hebt ihn wieder

er steigt auf

und fällt doch nieder

 

wo ist der anfang

wo das ende

ach wenn er doch

den frühling fände

Annegret Winkel-Schmelz

Workshop des Pelikan


finden mit schwung

aus unterschiedlicher richtung

kommend, um in der wanderung

sich zu verzaubern mit anziehung

glänzend in einer fotospiegelung

 

sich hingeben in der vorstellung:

sich treffen in der ermutigung,

damit wir uns stärken in gemeinsamer vorlesung.

dann fliegen wir erneut davon mit würdigung,

in unseren leben zu bestehen in mitwirkung.

Sigrid Lindenblatt

Versöhnung


Da stehen sie 

Sehen sich  an 

Suchen nach Worten 

Fallen sich in die Arme 

Weinen vor Freude

Bevor sie versteht 

Erwacht sie

Rolf Winkler

Ein Spiel

Man nehme ein Ahornblatt, lege es auf den mittleren Abschnitt des Elberadweges, lasse im Verlaufe von drei Monaten 5627 Räder darüber rollen, löse das Blatt sorgfältig vom Asphalt, färbe es rot und streiche es auf feines weißes Linnen.


Danach singe man mit klarer Stimme:

O Canada! Our home and native land!
True patriot love in all of us command...


oder auch:


Ô Canada! Terre de nos aïeux,
Ton front est ceint de fleurons glorieux!...

Petra Taubert

Das Blatt


Sturmgebeutelt

liegt es da,

müde und kraftlos,

noch nicht

vergangen.


Nicht weg geworfen,

sondern weit geflogen

im und gegen

den Sturm.


Sichtbar, wenn

auch mit Blessuren,

verrät dir die Form

von welchem Baum es stammt.



Kinderspiel


Ahornblatt auf Asphalt

fühlt sich einsam und kalt.

Ein Kind hebt es auf und pustet,

freut sich, wie's fliegt und prustet.



Mitbringsel


Ahornsirup lecker zum Tee

und auf Eis

als Mitfliegsel aus Kanada

nach dem Urlaub.

Eigenwillige Süße

aus dem Land mit

dem Hufeisenfall

am Niagara - Fluss,

lässt mich schwelgen

in Erinnerungen.

Und endlich finde ich Ruhe.

Nun folgen Gedanken,

den Flügen und der Fahrt

entlang der Ostküste der USA,

festgehalten mit Stift und Tastatur.

Manuela Herzog

Ein Sternenballett


So ganz und komplett

sich recken und strecken.

Das Blütenkleid,

es schwingt so weit …

Ein Tanz, ein Spiel

mit viel Gefühl:

ein Biegen,

ein Wiegen,

ein Beugen,

ein Äugen …

Ein Spitzentanz

im Lichterglanz!

Ein Flirt, ein Hauch

nach altem Brauch,

ein Musenkuss,

ein Hochgenuss,

ein Werben

vorm Sterben.

Petra Taubert

Seepferdchen-Tango

 

Im Seegras tanzt

das Hippocampus Paar

schwungvoll auf und ab,

immer wieder

neugierig aufeinander

wiegen sich diese Wunderwesen im Takt.

 

Die Männchen

werden trächtig nach dem

Balztanz der Weibchen.

Dorothea Iser

himmelswesen

 

raum und zeit verloren

halten sie aneinander fest

ohne sich zu erreichen

und können nicht voneinander lassen

Marion Renate Krüger

Vergänglichkeit

 

gestern

ziertest du bunt den Lebensbaum

 

heute

ist gestern nur noch ein Traum

 

morgen

liegst du grau unter dem Asphalt

 

trotzdem bist du stolz

wenn auch krank und alt

Sigrid Lindenblatt

Ein verlorenes Blatt


Ein Blatt liegt auf kaltem Asphalt

Blass und traurig wirkt es

So allein 


Wurde im Sturm getrennt

Von der Blätterschar

Nun sehnt es sich 


Ach du kleines Blatt

Freu dich

Du hast den Sturm überlebt 

dorothea iser

blatt an mensch

 

was du in mir siehst

ist nicht was ich bin

was du für mich fühlst

ergibt keinen sinn

 

was immer du sagst

trifft nicht meinen kern

was du von mir denkst

will ich nicht hörn

 

in all deinem tun

deiner sorge um mich

suchst du unverholen

doch immer nur dich

Manuela Herzog

Verspielt


Ein Blatt im Wind,

da kommt ein Kind

und tritt kurz drauf,

hebt es dann auf,

schaut es sich an,

merkt, was es kann …

Lässt's schweben,

um es gleich wieder aufzuheben,

dann – zack,

kommt's in den Anorak,

wills pressen.

Vergessen

wird es das Blatt wohl nicht …

Ingrid Gäde


Blatt in Eis

Ich nicht weiß,

friert es oder friert es nicht.

Glitzert schon im Sonnenlicht

Annegret Winkel-Schmelz

entfalten

  

ich versenke ein ahornblatt

noch herbstlaubgefärbt in schnee

aufgewühlt sind seine adern

 

ich lösche seinen schmerz

mit meiner treuen atemluft

erlöse es vom niedergang

 

ich schwebe mit ihm

zu land und leuten

beschreibe es für dich

 

Annegret Winkel-Schmelz

zwei beide

 

seid ihr zwillinge aus granteln

schwingt auf und nieder schwerelos

ähnlich wie in meiner fantasie mit tentakeln

wippt jeder virtuos

 

in oase gleichklang

das neue jahr anzutanzen

höre ich leisen gesang

um sichten einzupflanzen

Steffi Obieglo

 

 

Mit geschwollenem Kamm

lauernd

Wer wagt den ersten Schlag?

Rolf Winkler

Er und sie

oder

Seepferdchens Traum

 

Bei jeder Begegnung sträuben sich ihnen die Haare.

Sie verharren einander gegenüber einen ganzen Tag.

Doch dann, irgendwann des nachts

regt sich Neugierde in ihr.

Vorsichtig macht sie einen Annäherungsversuch.

Ihm, anscheinend unberührt,

hüpft das Herz im Leibe.

Sigrid Lindenblatt

Wilde Tänzer

 

Mit Eleganz und Geschick

drehen sie ihre Runden

 

Werfen ab

den Ballast vom alten Jahr

 

Mit kräftigen Sprüngen

beginnen sie Neues

Steffi Obieglo

Am Fenster

 

Der vergangene Sommer,

trocken und heiß,

lässt Flora und mich

noch immer

nach Wasser lechzen.

 

Flüsse rinnen

auf Sparflamme,

geben Einsicht in ihren Grund

begierig darauf

die Geheimnisse ihres Bettes

wieder schamvoll zu bedecken.

 

Ich stehe am Fenster,

bestaune die rinnenden Tropfen,

die einmal zum Fluss werden sollen,

als sähe ich sie zum ersten Mal.

 

Es zieht mich nach draußen,

den Regen zu spüren.

Die nasse Dezember - Kälte lässt

mich schaudern

und treibt mich wieder ins Haus.

 

Sigrid Lindenblatt

Dezemberregen

 

Regen … brr … kein Wetter für mich.

Ich bin im Trocknem und fühle mich wohl.

Da kann draußen die Welt untergehen.

 

Weihnachten war trüb und nass.

Es glitzerten

nur die Lichter am Weihnachtsbaum

 

Wie immer, war ich auch in diesem Jahr allein.

Hatte Momente zum Ruhen und Besinnen.

Viel zu schnell verging die Zeit.

 

Heute scheint die Sonne.

Vor Morgen …

ist mir nicht bange!

 

Ingrid Gäde

Ich gucke einmal, zweimal …

 

Helga und ich schauen das Foto an. Ich kann es nicht deuten. Da sagt Helga: „Das ist ein Fenster und ein nackiger Arsch“. Ich gucke einmal, zweimal, dann nicke ich, lache los.

 

„Weißt du, als ich 9 Jahre alt war, war ich im Kinderferienlager. Die Größeren sangen abends, wenn der Betreuer „Gute Nacht“ gesagt hatte uns Kleinen leise ein Lied vor. Ich habe die Melodie noch im Kopf. Den Text? Vergessen? Ich summte, dann fiel mir ein: „… Alle Leute nah und fern, dachten es ist der Morgenstern. Hoa, ho, Morgenstern der war es nicht, war des Pastors Arschgesicht, hoa, ho, war des Pastors Arschgesicht.“ Wir prusteten los. Mit 77 so ein Lied im Kopf.

Elisa Schim

Durchblick

 

Da schau ich in die Welt hinaus,

wie sieht sie heut so magisch aus.

 

Und durch der Wassertropfen Schicht

erkenn ich was und manchmal nicht.

 

Doch diese Ungenauigkeiten

zeigen mir ganz andr’e Seiten.

 

Sie sagen mir: Was soll das nutzen?

Ach, ja, ich wollte Fenster putzen!

 

 

 

dorothea iser

fensterbild

 

regenblind

sehe ich klar

was verschwimmt

glaub mir

ist wahr

 

hinterm fenster

bloß und nackt

ein bleicher leib

verschmilzt

im akt

 

Annegret Winkel-Schmelz

bin traurig

 

wie verwischte blätter hinter glas

fällt mein weinen

aus allen wolken

 

lebensmut ergibt sich

meiner liebe

im dasein mit dir

Petra Taubert

Regenlied

 

Regen klopft

an mein Fenster.

Er trommelt

seinen Takt

zum Gedicht

und vertreibt

den Winterblues.

 

Ich summe

unbeirrt

meine Lieder

in den Sturm.

Dann wage ich

mich an einen

neuen Text.