Jahreswechsel 2017-18

Hallo 2018

Sigrid Lindenblatt

Geschafft


Nun ist es geschafft, das alte Jahr. Aber es lässt mich noch nicht los. Es hat mir viele Dinge auf den Tisch des neuen Jahres gelegt, denn es war einfach zu kurz. Mal waren die Tage nicht lang genug, mal reichten die Nächte nicht aus, um genügend Kraft zu sammeln.

Nun werde ich die Messlatte niedriger ansetzen. Interessante Termine warten bereits.


Ich freue mich auf ein spannendes Jahr.

Und das wünsche ich euch auch!



2017 Adieu

Möckern, Dezember 2017


Ihr Lieben!


Ein Jahr ist wieder vergangen. Nein, es ist gerannt. Inzwischen bin ich 75 Jahre und, je älter ich werde, je schneller vergeht die Zeit.

Meine Freundin ist im November verstorben. Und wenn ich auch weiß, „das Leben ist endlich“, tut es doch sehr weh. Die Freundschaft dauerte fast 50 Jahre. Wir haben Freude und Leid gemeinsam getragen. Als ihre Tochter mit 27 Jahren verstarb, sie ihre Enkel aufzog, gab ich ihr Halt. Als ich erkrankte, war sie für mich da. Wie oft hat sie meine Krankenhaustasche gepackt, den Arzt gerufen, bei mir gewacht.

Auch, als wir nicht mehr gemeinsam im gleichen Hauseingang wohnten, wir waren füreinander da.

Ihr Mann erkrankt an Demenz. Sie konnte ihn nicht allein lassen. Montag war unser Tag, da besuchte ich sie. Und jeden Montag erzählte ihr Mann von der Flucht. Der Flucht am Ende des Krieges, er, 14 Jahr alt. Er wurde Ersatzvater für seine 3 kleinen Geschwister und Beschützer für seine kranke Mutter. Nach über 70 Jahren holte ihn der Krieg immer wieder ein, jeden Montag. Im Dezember 2016 verstarb er.

Als die Trauer ertragbar wurde, begannen wir zu planen, was wir alles noch erleben wollten, nachholen wollten.

Aber sie, die immer alle Kraft für ihre Familie gegeben hatte, wurde schwächer und schwächer. Die Schmerzen in Bein und Bauch wurden stärker. „Du kannst es mir glauben, das ist Krebs.“ Als sie endlich zum Arzt ging die Diagnose, Krebs im Endstadium. Bis 10 Tage vor ihrem Tod war sie geistig voll da. Dann schlief sie viel.

Aber auch sie holte die Angst ein. Dieser verdammte Krieg. Sie krümmte sich zusammen, versteckte sich unter die Zudecke: „Die Russen kommen, Mädchen, die Russen kommen.“

Zur Trauerfeier kam die Enkelin mit dem jüngsten Urenkelkind in die Kapelle. Als der Pastor fast am Ende der Predigt war, begann die kleine Johanna an zu weinen.

Für mich war das ein Zeichen des Glücks. Das eine Leben geht, das Leben geht aber weiter. Zum Glück, immer noch. 72 Jahre ohne Krieg.

Ich wünsche für Euch und Euren Familien alles Gute zum Fest. Für uns allen ein gesundes, vor allen Dingen friedliches 2018.


Eure Ingrid


Gruß aus Friedersdorf



Das Weihnachtsfest steht vor der Tür und wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu. Für uns ist das auch diesmal wieder Anlass, Verwandte, Freunde, Weggefährten und Kollegen mit einigen Zeilen und diesem Engel aus Annegrets Zeichenwerkstatt zu bedenken.

Das vergangene Jahr war ein reiches, daran haben die vielen, vielen Menschen Anteil, denen  wir bei privaten Treffen, auf Reisen und während der zahlreichen Literaturveranstaltungen begegnen durften. Man nimmt aus jedem Kontakt etwas für sich selbst mit. Und so hat diese Vielfalt an Eindrücken unser Leben reicher und schöner gemacht. Danke!

Möge auch 2018 ein Jahr werden, in dem wir wieder aufeinander zugehen. Sei es aus Freundschaft, aus Nächstenliebe oder einfach, um etwas zu tun. Denn zu tun gibt es genug auf dieser Welt.

Dafür wünschen wir Gesundheit, Lebensfreude und Schaffenskraft. Zunächst aber erst einmal ein glückliches Weihnachtsfest!


Annegret und Peter Hoffmann